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Technischer Deep-Dive mit allen Details zum XMG NEO 15

Das XMG NEO 15 (E22) ist ab sofort auf bestware.com vorbestellbar – Grund genug für einen technischen Deep-Dive mit vielen zusätzlichen Infos zu dem extrem leistungsstarken Laptop, der in Einsatzbereichen wie Gaming und Content Creation nicht weniger als das Maximum mobiler Performance bietet.


Neue Spezifikationen und Plattform-Updates

Das XMG NEO 15 (E22) baut auf Intels Alder-Lake-Plattform auf. Einen vollständigen Überblick aller relevanten Spezifikationen im Vergleich zu den Vorgängermodellen gibt es unter dem Tab „NEO 15 / 17“ in der Tabelle, die unter diesem Link zu finden ist:


Die folgende Auflistung beschränkt sich hingegen auf Updates und Änderungen im Vergleich zur vorigen Modellserie:

  • i7-12700H mit Intel Xe Graphics
  • 3 verschiedene Grafikoptionen:
    – RTX 3060 (140 W)
    – RTX 3070 Ti (150 W)
    – RTX 3080 Ti (175 W)
  • Unterstützung von DDR5 SO-DIMM
  • Neues Display: WQHDIPS-Panel mit 240 Hz
  • 2x PCIe Gen4 x4 SSD-Slots
  • Größere Lautsprecher mit größeren Lautsprechergrills
  • Full HD-Webcam (Windows Hello-kompatibel)
  • Neue Lüfter mit 71 Lamellen (zuvor 67)
  • Neues 280-Watt-Netzteil (rückwärtskompatibel)
  • Systemgewicht geringfügig auf 2,2 kg erhört
  • Anbindung der dGPU über PCIe Gen4 x8. Zuvor:
    – PCIe Gen3 x8 in der Modellgeneration E21 (mit AMD Cezanne)
    – PCIe Gen4 x16 in der Modellgeneration M21 (mit Intel Tiger Lake)
  • USB-C / Thunderbolt 4 ist an die iGPU angebunden (unterstützt NVIDIA Optimus)
    – Keine Unterstützung von VR-Headsets über USB-C / DisplayPort
    – Keine G-SYNC-Unterstützung (proprietär), aber Adaptive-Sync-kompatibel (inkl. FreeSync und G-SYNC Compatible)

Die folgende Übersicht wird einige dieser Plattform-Updates ausführlich behandeln.


Neue GPU-Power-Limits

NVIDIAs RTX 3070 Ti und RTX 3080 Ti heben die Power-Limits im Vergleich zu den Vorgängermodellen ohne „Ti“ um 10 Watt an. In den meisten Laptop-Systemen geschieht das über einen höheren Dynamic Boost 2.0 von nunmehr 25 Watt statt wie zuvor nur 15 Watt. Strenggenommen handelt es sich somit um eine Art Dynamic Boost 2.1…

Das XMG NEO bietet allerdings die Möglichkeit, den Dynamic Boost anzupassen und sogar die konfigurierbare TGP (cTGP) auf das gewünschte Niveau einzustellen. Auch die RTX 3060 erhält – in diesem Fall ohne neues „Ti-„Kürzel – zusätzliche 10 Watt und geht fortan mit bis zu 140 Watt ans Werk. Das gilt allerdings nur für neue Laptops mit Prozessoren aus Intels 12. Core-Generation sowie für die kommenden (und noch nicht verfügbaren) Modelle mit AMDs Ryzen 6000H. Für Laptops aus den 2021er Modellserien bleibt jedoch alles beim Alten – hier ist explizit nicht möglich, die zusätzlichen 10 Watt nachträglich freizuschalten.


Eigene Leistungsprofile einrichten und bis zum Maximum ausreizen

Vor wenigen Tagen haben wir einen öffentlichen Beta-Test der kommenden Version unseres Control Centers gestartet:


Diese wartet mit einem wahren Füllhorn an neuen Features auf, die im verlinkten Forenbeitrag ausführlich erläutert werden. Die grundlegenden Funktionen des Control Centers entsprechen hingegen nach wie vor denen der Version aus dem Jahr 2021.

Das Hauptmerkmal besteht in der Möglichkeit, sich selbst maßgeschneiderte Leistungsprofile anlegen zu können.

  • Im Profil „Ausbalanciert“ ist NVIDIAs Whisper Mode standardmäßig aktiviert.
  • Das Profil „Enthusiast“ verwendet eine steilere Lüfterkurve als der „Ausbalanciert“-Modus.
  • Das Profil „Overboost“ hingegen verwendet die gleiche Lüfterkurve wie „Enthusiast“, bietet aber höhere Power-Levels.

Die folgende Tabelle stellt sowohl die Standardwerte als auch die manuell einstellbaren Maximalwerte dar:

neo15 e22 control center power limits

Wie die Übersicht zeigt, liegen im Overboost-Profil noch nicht die absoluten Maximalwerte an. Wer selbst das letzte Quäntchen an Performance aus dem XMG NEO 15 herauszuholen gedenkt, kann also Hand anlegen und das Profil somit noch mächtiger machen:

  • Werte für PL1, PL2 und PL4 auf das Maximum anheben
  • Dynamic Boost 2.0 deaktivieren
  • Die Option „Configurable TGP“ aktivieren und den Maximalwert einstellen

Um diese neuen und höheren Power-Limits vollumfänglich ausreizen zu können, liegt dem XMG NEO 15 ein überarbeitetes und nunmehr 280 Watt starken Netzteil bei, so dass sich der Laptop im Hinblick auf die Performance als echtes Desktop-Replacement-Gerät erweist – nur eben bei schlankeren Maßen.


NVIDIA Whisper Mode 2.0 im Leistungsprofil „Ausbalanciert“

Der von NVIDIA bereits 2017 vorgestellt Whisper Mode ist mittlerweile in der Version 2.0 verfügbar – und deutlich ausgereifter. Aus diesem Grund raten wir auch explizit dazu, das Feature bei allen regulären Gaming-Sessions am Laptop zu aktivieren.

Hinter dem NVIDIA Whisper Mode steckt eine Art intelligenter, dynamischer Frame-Limiter. Das Feature arbeitet nicht mit einem fixen, maximalen FPS-Wert, sondern gibt Anwendern die Möglichkeit, einen minimalen FPS-Wert wie etwa 30, 60 oder 90 FPS einzustellen. Anschließend steuert der NVIDIA-Treiber die Grafikkarte so an, dass der festgelegte Minimalwert nicht unterschritten wird, während gleichzeitig bestimmte Temperatur- und Lautstärkewerte nicht überschritten werden.

Das bedeutet auch, dass die tatsächliche Framerate im Whisper Mode situationsabhängig ist. In leistungsseitig weniger anspruchsvollen Spielen oder Szenen kann die GPU somit mühelos hohe FPS-Werte liefern. In anspruchsvollen Szenarien und bei hohen Umgebungstemperaturen senkt NVIDIAs Feature hingegen automatisch den FPS-Zielwert ab – allerdings nach Möglichkeit, ohne dabei den benutzerdefinierten Minimalwert zu unterschreiten.

Neben diesem dynamisch agierenden Frame-Limiter hat NVIDIAs Whisper Mode noch weitere Tricks in petto. So passt er in vielen Spielen etwa automatisch die Grafikeinstellungen an, um besonders rechenintensive, aber visuell kaum sichtbare Grafikeffekte dezent herunterzuregeln. Insgesamt verfolgt NVIDIA damit den Zweck, die optimale Balance aus Grafikqualität, Temperatur und Lüfterlautstärke zu erzielen.

Bei XMG findet sich der Whisper Mode 2.0 bei vielen Laptops bereits als fester Bestandteil in das Leistungsprofil „Ausbalanciert“ integriert. Das gilt etwa für die 2021er Modelle der Baureihe CORE oder NEO – und erlaubt die Nutzung der Funktion ohne dafür erst ein separates Nutzerkonto bei NVIDIA anlegen zu müssen. Weitere Tipps dieser Art findet ihr unter „Tipps & Tricks“ im FAQ-Bereich unserer Homepage.


Alder Lake Mobilprozessoren: Der Unterschied zwischen Plattform und Serie

Intel verwendet die Buchstaben U, P und H zur CPU-Kennzeichnung nun in zwei verschiedenen Kontexten:

  • Plattform: Technische Basis für das CPU-Package und dessen umliegende Komponenten
  • Modellreihe bzw. Serie: Marketingbezeichnung für die CPU, wobei der kennzeichnende Buchstabe am Ende jeder SKU zu finden ist

Beide Kennzeichnungen haben gemeinsame Schnittmengen. Die folgende Tabelle zeigt den Zusammenhang zwischen der Plattform und der Serie und welche Alder-Lake-Modellreihen auf welche Tiger-Lake-SKUs folgen:

neo15 e22 alder lake mobile platform overview

Hier ist deutlich zu erkennen, dass die P-Plattform insgesamt drei Modellreihen bzw. Serien umfasst: U, P und H. Bei der Tiger-Lake-Generation waren H45 und UP3 unterschiedliche Plattformen. Aber bereits H35 als Rebranding von UP3 verwässerte das Schema. Bei Alder-Lake-P-Plattformen gibt es eine Menge serienübergreifender Features. Dazu zählt beispielsweise, dass Thunderbolt 4 nun vollständig in den PCH (Plattform Hub Controller) integriert ist und somit keinen dedizierten Controller-Chip mehr benötigt.


DDR5: Leistungsvergleich zwischen einem und zwei Speicherriegeln (DIMMs)

Das XMG NEO unterstützt in der 2022er Modellgeneration als erster XMG-Laptop DDR5. Zu den wichtigsten Neuerungen zählt die Verwendung von zwei Speicherkanälen auf jedem einzelnen DIMM-Modul. Das folgende Video von Linus Tech Tips erklärt diesen Umstand sehr anschaulich: DDR5 is FINALLY HERE… and I’ve got it. Speicherkanäle werden hier ab 5:26 Minuten erklärt.

Trotz der neuen Dual-Channel-Konfiguration jedes Moduls erhöht die Verwendung eines zweiten Speicherriegels dennoch die maximale Speicherbandbreite und kann so insbesondere in speichersensitiven Anwendungen für mehr Leistung sorgen. Medienpartner, die von uns entsprechend ausgestattete Review-Samples für einen Test erhalten haben, haben wir daher gebeten, die Leistungsunterschiede zwischen dem Laptop-Betrieb mit einem und zwei DIMM-Modulen selbst zu vergleichen.

Unsere eigenen, vorläufigen Benchmarks kommen zu folgendem Ergebnis (Benchmarks mit vorläufiger Firmware und Treibern; die hier aufgeführten Prozentwerte zeigen die Unterschiede zwischen dem Laptop-Betrieb mit einem und zwei DIMM-Modulen):

neo15 e22 ddr5 single dual comparison

Beobachtungen

  • Die reine GPU-Rendering-Leistung bricht bei der Verwendung von nur einem DIMM-Modul nicht ein, nicht einmal bei aktiviertem MSHybrid (NVIDIA Optimus).
    • Darin besteht gleichzeitig ein signifikanter Unterschied zu DDR4-Arbeitsspeicher: Hier sorgte der Laptop-Betrieb mit nur einem Arbeitsspeicherriegel und NVIDIA Optimus normalerweise für einen quer durch alle Benchmarks ersichtlichen Leistungseinbruch, da die Optimus-Copy-Engine DRAM-Speicher verwendet.
  • Speichersensitive Spiele zeigen hingegen einen teils deutlichen Leistungseinbruch. Shadow of the Tomb Raider ist dafür ein besonders deutliches Beispiel.
  • Bei der CPU Score im 3DMark erholen sich sie Leistungswerte, sobald man von MSHybrid auf die ausschließliche Verwendung der dGPU umschaltet (und folglich NVIDIA Optimus deaktiviert).
  • Im Cinebench zeigt sich kein Unterschied, allerdings verzeichnen wir im Geekbench mit starkem Bezug zu Krypto- und KI-Workloads weniger Leistung. Wer sich für sämtliche Geekbench-Resultate interessiert, findet unter diesem Link die vollständige Tabelle mit allen Messwerten (ZIP-Archiv mit Excel-Datei).
  • PCMarkk10 scheint keine Leistungsunterschiede aufzuweisen. Single-DIMM-Konfigurationen stellen also offenkundig weder bei alltäglichen Tasks noch bei GPU-basiertem Rendering ein Problem dar.

Sämtliche obenstehenden Beobachtungen beruhen auf dem Einsatz von Vorserien-Treibern und -Firmware. Abweichende Ergebnisse mit späteren, finalen Versionen sind also nicht ausgeschlossen.


Vorläufiges Fazit

Die Verfügbarkeit von DDR5 ist nach wie vor begrenzt. Daher empfiehlt es sich, entsprechend ausgestattete Laptops jetzt mit einem einzelnen DIMM-Modul vorzubestellen und später mehr Speicher nachzurüsten. Kommt das System nicht in erster Linie für Spiele oder Anwendungen aus dem Bereich des maschinellen Lernens zum Einsatz, sondern für Content Creation und Rendering, reicht ein einzelnes DDR5-Modul vorerst aus. Ist später das Nachrüsten eines zweiten DIMM-Moduls geplant, empfiehlt sich allerdings die Verwendung von baugleichem RAM mit derselben Teilenummer. Unter support@xmg.gg unterstützt XMG Dich bei diesem Vorgang und bietet eine Möglichkeit zum Direktkauf für passende Module an.


Zum Entfernen der Unterschale des Laptops ist das Lösen einiger zusätzlicher Schrauben nötig

Das XMG NEO 15 (E22) lässt sich nach wie vor ohne großen Aufwand öffnen und warten. Trotz der zusätzlichen Heatpipe für die optionale Laptop-Wasserkühlung XMG OASIS steht es Anwendern nach wie vor frei, die Unterschale des Laptops zu entfernen, um beispielsweise die Lüfter zu reinigen oder SSDs und RAM nachzurüsten. Allerdings ist die untere Abdeckung des neuen Modells durch einige zusätzliche Schrauben gesichert, die sich an der Rückseite unter der Gummiabdeckung für die Anschlüsse der Wasserkühlung befinden.

neo15 e22 new screws for water ports
Vor dem Abnehmen der Unterschale des Laptops bitte zuerst diese drei Schrauben lösen.

DisplayPort über Thunderbolt 4 bei Intels Alder-Lake-P-Plattform

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Alder Lake P und den Vorgängern besteht in der Verlagerung des Thunderbolt-4-Chipsatzes von einem dedizierten Controller (Alpine / Titan / Maple Ridge) in den PCH-Chipsatz auf dem CPU-Package.

Diese neue Plattform-Architektur bringt eine grundlegende Konsequenz mit.


Das DisplayPort-Signal kommt bei der ADL-P-Plattform immer von der iGPU

Bei früheren Plattform-Designs lieferten Alpine-, Titan- oder Maple-Ridge-Controller die DisplayPort-Signale an den USB-C-Port. Diese dedizierten Controller verfügten über eine flexible „DP-in“-Anbindung, bei der das Signal sowohl von der iGPU als auch der dGPU stammen konnte. Einige XMG-Laptops (wie etwa das Ende 2021 vorgestellte XMG PRO) warteten sogar mit einem MUX-Switch vor dem Thunderbolt-Controller auf und erlaubten somit, den DisplayPort-Signaleingang im BIOS umzuschalten.

Bei der Alder Lake P-Plattform entfällt dieser „DP-in“-Mechanismus: Der in den PCH intergierte Thunderbolt-Controller erhält seine zwei DisplayPort-Streams immer von der iGPU, da beide auf demselben Package sitzen.

Somit folgen an diesen Port angeschlossene externe Displays der gleichen Logik wie das interne Display: Sie sind direkt an die iGPU angebunden und können über NVIDIA Optimus (MSHybrid) auf der dGPU berechnete Bildinhalte erhalten. Einige Laptops (darunter das XMG NEO) verfügen über einen MUX-Switch für das interne Laptop-Display, um es direkt an die dGPU zu koppeln. Beim Thunderbolt-4-Port ist dies aufgrund des integrierten Plattform-Designs von Alder Lake P allerdings nicht möglich – denn hier fehlt schlichtweg die dafür entscheidende „DP-in“-Funktion.

Vorteile

  • Das Design ist auf Effizienz getrimmt und benötigt weniger zusätzliche, dedizierte Chipsätze auf dem Mainboard.
  • Außerdem vereinfacht ein solches Design OEMs die Validierung, da Intel zusätzliche Funktionen auf ein und demselben Package zur Verfügung stellt. Ein positiver Nebeneffekt könnte darin bestehen, dass künftig mehr Laptops über einen Thunderbolt-Anschluss verfügen.
  • Der DisplayPort lässt sich verwenden, ohne dass das Anschließen eines externen Monitors automatisch die dGPU aufweckt. Die Konsequenz ist ein geringerer Stromverbrauch im Idle-Betrieb.
  • Intels integrierter Xe-Grafikchip unterstützt DisplayPort 1.4 (zwei DP-1.4-Signale an einem USB-C-Port), so dass es im Vergleich zur dGPU keine Einschränkungen im Hinblick auf die Unterstützung bestimmter Auflösungen oder Monitore gibt.
  • Intels Xe Graphics Control Center erlaubt das Ansteuern externer Bildschirme über Adaptive Sync (VRR). Das funktioniert selbst dann, wenn der Bildschirminhalt auf der dGPU berechnet und über NVIDIA Optimus bereitgestellt wird. Zudem sollte die Funktion zur variablen Anpassung der Bildwiederholungsrate sowohl mit allen FreeSync- als auch G-SYNC Compatible-kompatiblen Monitoren zusammenspielen.
  • Auf weitere Details zu diesem Thema gehen wir in diesem Thread ein: Let’s talk about Adaptive Sync on XMG NEO.

Nachteile

  • Die NVIDIA Systemsteuerung ist nicht in der Lage, G-SYNC- oder FreeSync-Monitore direkt zu erkennen. Die Verwendung solcher Displays setzt stattdessen voraus, dass die iGPU und Windows die Adaptive-Sync-Unterstützung korrekt umsetzen (Link siehe oben).
  • Der Anschluss eine VR-Headsets mit DisplayPort-Stecker ist nicht möglich – zumindest so lange nicht, bis es VR-Headsets gibt, die auch NVIDIA Optimus (MSHybrid) unterstützen.

Der HDMI-Port ist weiterhin an die dGPU angebunden

Demgegenüber ist der HDMI-Port beim XMG NEO 15 (E22) nach wie vor direkt an die dGPU gekoppelt.


Diese Änderungen betreffen ausschließlich Thunderbolt 4 – keinesfalls etwa alle USB-C-Ports

Bei Laptops mit mehreren USB-C-Ports besteht die Möglichkeit, dass einer Thunderbolt 4 und ein anderer USB-C-3.2 mit zusätzlicher DisplayPort-Funktion unterstützt. Letzterer könnte in diesem Fall zumindest theoretisch in der Lage sein, das DisplayPort-Signal weiterhin direkt von der dGPU zu beziehen – ob die Möglichkeit besteht, hängt vom jeweiligen Mainboard-Layout ab. Die Kopplung der USB-C-Ports an die iGPU ist jedoch in jedem Falle deutlich effizienter (und benötigt weniger Platz auf dem Mainboard) als eine Kopplung an die dGPU. Die physische Präsenz eines zweiten USB-C-Ports ist somit für sich genommen noch kein Garant für dessen Anbindung an die dedizierte Grafikkarte. Um Klarheit zu erlangen, hilft also nur ein Blick in das Datenblatt des jeweiligen Laptops. Das XMG NEO verfügt aufgrund seines mechanischen Designs und der bereits seit vor dem Modellwechsel bestehenden Konstruktion des Gehäuses nur über einen einzigen USB-C-Port. Aus diesem Grund stellt uns die Plattformarchitektur von Alder Lake P vor ein kleines Dilemma und es bleibt spannend, wie sich das Thema im Hinblick auf die Vorstellung anderer CPU-Plattformen im Verlauf des Jahres entwickeln wird.


Netzteil: Neuer Anschluss, neues Netzteil, kompatibel zu Vorgängermodellen

Zum Lieferumfang des XMG NEO 15 (E22) zählt ein neues 280-Watt-Netzteil, das auch weiterhin kompatibel genau jenem 5,5/2,5-mm-Anschluss ist, der bereits seit Jahren Verwendung in XMG-Laptops findet. Somit ist auch das neue Netzteil mechanisch zu vielen Laptops aus vorangehenden Modellgenerationen kompatibel. Aus der mit 280 Watt höheren Nennleistung ziehen allerdings nur das XMG NEO 15 (E22) und weitere, zukünftige Laptops einen effektiven Nutzen. Umgekehrt bleiben auch ältere Netzteile zu neueren Laptops kompatibel. Wer beispielsweise ein besonders leichtes Reisenetzteil zur Stromversorgung beim Arbeiten sucht, das leistungsmäßig ausreicht, wenn die dedizierte NVIDIA-Grafikkarte nicht unter Last läuft, findet in der folgenden Übersicht eine passende und leichte Ergänzung zum Standardnetzteil: Kompatibilitätstabelle für XMG-Netzteile.


Robustere Netzteilbuchse

Ursprünglich wurde der 5,5/2,5-mm-Netzteilanschluss für eine Maximalleitung von 230 Watt konzipiert – eine Grenze, die bereits 2021 durch die Einführung der RTX 3080 mit einer TGP von 165 Watt bei gleichzeitiger Auslastung der CPU und GPU in Stresstests erreicht wurde. Um die Kompatibilität zu vorigen Modellen zu wahren, haben wir dem Anschluss zusammen mit unserem ODM-Partner ein Upgrade spendiert und dabei die metallurgischen Eigenschaften von Netzteilstecker und Netzteilanschluss verbessert. Das Ergebnis ist ein geringerer, elektrischer Widerstand auf Seiten der Steckverbindung, was wiederum den Einsatz eines stärkeren Netzteils erlaubt.

neo15 power socket 2021 vs 2022 side by side
Hier gibt es außerdem einen Direktvergleich in Form eines animierten GIFs.

Zwangsneurotiker aufgemerkt: Der unmittelbar neben dem Netzteilanschluss sitzende Chip gehört zum Ethernet-Port. Ja, das Mainboard des Apple 1 aus dem Jahr 1976 sah sicherlich deutlich schicker aus. Der Winkel der Chips im 2022er NEO-Modell ist allerdings kein Unfall, sondern durch das Port-Layout bedingt. Wie das weiße Rechteck auf dem kleinen, blauen Träger-Board bereits vermuten lässt, ist der schiefe Winkel gewollter Bestandteil des PCB-Designs. Dadurch ist mehr Platz für den neuen und etwas breiteren Netzteilanschluss – während gleichzeitig die mechanische Kompatibilität zu den bisherigen Gehäuseteilen gewahrt bleibt, indem der RJ45-Anschluss exakt dort verbleiben kann, wo er sich schon seit 2020/21 befindet.


Pläne für ein 330-Watt-Netzteil

Unser ODM-Partner hat bereits ein Design für ein 330-Watt-Netzteil entwickelt. Abseits extremer Stresstests wie der synthetischen Auslastung sämtlicher Kernkomponenten durch das parallele Ausführen von Pime95 und Furmark bringt die Mehrleistung jedoch im Zusammenspiel mit aktuellen Komponenten keinen Nutzen. Bereits unser aktuelles Netzteil mit 280 Watt reicht aus, um die Grafikkarte mit bis zu 175 Watt unter Volldampf laufen zu lassen, während die CPU Package Power gleichzeitig bei 60 Watt liegt – selbst dann verbleibt immer noch reichlich Spielraum für die restlichen Komponenten und das Kühlsystem. Außerdem stemmt das 280-Watt-Netzteil kurzzeitige Spitzenlasten ohne jegliche Probleme:

  • 115 % (322 W) für 5 Sekunden
  • 120 % (336 W) für 1 Sekunde
  • 130 % (364 W) für 0.5 Sekunden
  • 170 % (476 W) für 2 Millisekunden
  • [etc.]

Aktuell spielen wir mit dem Gedanken, das 330-Watt-Netzteil zu einem späteren Zeitpunkt als optionales Zubehör in unseren Onlineshop aufzunehmen. Vorerst warten wir aber noch ab, wie das XMG NEO 15 und die XMG OASIS generell vom Markt aufgenommen werden und wie stark der Wunsch nach einem noch größeren Netzteil am Ende wirklich sein wird.


Verbesserte Lautsprecher und druckvollerer Sound

Das XMG NEO 15 (E22) verfügt über einen Satz vollständig überarbeiteter Lautsprecher, die größer ausfallen und hinter dementsprechend ebenfalls größeren Lautsprecheröffnungen am Gehäuseboden sitzen. Sie zählen fortan in allen zur XMG OASIS kompatiblen Laptop-Designs zum Standard – was wiederum auf sämtliche XMG NEO 15 (E22) zutrifft. Der Grund dafür: Sowohl die Wasserkühlung als auch die neuen Lautsprecher erfordern eine neue, überarbeitete Laptop-Unterschale.

neo15 speakers m21 vs e22
neo15 speaker grills m21 vs e22
neo15 e22 speaker frequency response

Der Labortest zeigt, dass die neuen Lautsprecher insbesondere im wichtigen Bassfrequenzbereich zwischen 60 und 120 Hz besser ansprechen. Unterhalb von 60 Hz fällt die Frequenzkurve etwas ab, dem lässt sich allerdings durch eine manuelle Klanganpassung im Sound-Treiber begegnen. Dieses Online-Tool bietet eine einfache Möglichkeit, die eigenen Lautsprecher mit verschiedenen Frequenzen zu testen – aber bitte zuerst die Lautstärke runterregeln, um einen Kollateralschaden zu vermeiden.


Zukunftspläne für die XMG NEO-Modellreihe

Die folgenden Aussagen beziehen sich ausschließlich auf XMG NEO-Laptops:

  • Das NEO bleibt weiterhin unsere leistungsstärkste Laptop-Serie und ist das erste Modell von XMG, das sowohl DDR5-Speicher als auch die Laptop-Wasserkühlung XMG OASIS unterstützt.
  • Pläne für ein XMG NEO 17 sind vorhanden, eine Umsetzung ist jedoch nicht vor Ende des zweiten Quartals angedacht.
  • Derzeit ist noch unklar, welche Modellreihen die kommenden AMD Ryzen 6000-CPUs unterstützen werden. Das NEO ist hier aber ein wahrscheinlicher, erster Anwärter. Grundsätzlich sind entsprechend ausgestattete Laptops aber erst nach den Modellen mit Intels 12. Core-Generation zu erwarten. Das liegt unter anderem an den unterschiedlichen Entwicklungszeiten und -zyklen der CPUs. Ein Supply Forecast wurde bereits eingereicht – falls alles gut läuft, hoffen wir bestenfalls gegen Ende des zweiten Quartals auf entsprechend ausgestattete Laptops.
  • Intels Arc-Grafikkarten sind in diesem Jahr kein Thema im XMG NEO.
  • AMD Radeon RX dGPUs sind in diesem Jahr ebenfalls kein Thema im XMG NEO.

Weitere Infos zu unserer Laptop-Roadmap für 2022 gibt es hier.


Liefersituation

Die Auslieferung von Vorbestellungen des XMG NEO 15 (E22) und der XMG OASIS starten wir voraussichtlich ab Mitte März – ein realistischer Termin, der sogar einen gewissen Puffer für ungeplante Verzögerungen beinhaltet. Der Grund, aus dem wir bereits eine Vorbestellmöglichkeit für beide Produkte geben, besteht in der Neuartigkeit der XMG OASIS und in den verschiedenen logistischen Herausforderungen, die nach wie vor die globalen Lieferketten herausfordern.


Unser Versprechen

Wer plant, ein XMG NEO 15 (E22) zu bestellen, den bitten wir darum, jetzt zuzuschlagen und nicht länger zu warten. Um einen Produktionsplan für die Zukunft aufstellen zu können sowie zur Ressourcenallokation benötigen wir verbindliche Bestellungen für sowohl das NEO als auch die OASIS.

Wir können folgende Zusagen machen:

  • Der Versand erfolgt überwiegend in der Reihenfolge des Bestelleingangs.
  • Wir erwarten ausreichende Lieferchargen beider Produkte, aber die Menge ist nicht unbegrenzt. Wer jetzt bestellt, sichert sich eins der ersten Exemplare des neuen XMG NEO mit Unterstützung der optionalen XMG OASIS.
  • Bis zur effektiven Verfügbarkeit und der Auslieferung wird sich nichts am Preis vom XMG NEO oder der XMG OASIS ändern. Sollten bis zur Auslieferung bestimmte Komponentenpreise (insbesondere die Preise für SSDs) stark anziehen, werden wir die Differenz zum Preis zum Bestellzeitpunkt gern auf individuelle Anfrage kompensieren.

Aufgrund der hohen Nachfrage und der begrenzten Verfügbarkeit ist die XMG OASIS zunächst nur in Verbindung mit einem XMG NEO 15 (E22) vorbestellbar. Im bestware-Konfigurator lassen sich pro entsprechendem Laptop bis zu zwei XMG OASIS auswählen.

Oder in anderen Worten ausgedrückt: Bitte kein Scalping unserer Wasserkühlung, vielen Dank! 🙂


Konfigurieren und kaufen

Vorbestellungen und weitere Infos gibt es hier:


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