Troubleshooting

DisplayPort über USB-C aktivieren

Bei manchen XMG-Laptops muss das DisplayPort-Signal auf dem USB-C-Port erst manuell im BIOS-Setup aktiviert werden. Dabei wird dann der oftmals direkt benachbarte Mini-DisplayPort deaktiviert. Dieser Hinweis gilt nur für XMG-Laptops, welche über einen Mini-DisplayPort-Anschluss verfügen. Folgende BIOS-Optionen sind zu beachten:

  • Laptop neustarten und F2 gedrückt halten um ins BIOS-Setup zu kommen.
  • “Advanced” → “Advanced Chipset Control” → “DDI Control”: von „DDI to mDP“ auf „DDI to TBT“ stellen.
  • “Advanced” → „Intel Thunderbolt“: „Intel Thunderbolt Technology“ auf „Enabled“ stellen.
  • „Security Level“ auf „Unique ID“ einstellen (sofern vorhanden) .
  • Anschließend Speichern und Neustarten.
Funktioniert es trotzdem nicht?

Sollte eine Docking Station, welche nachweislich den „DisplayPort Alt Mode“ oder Thunderbolt unterstützt, trotz korrekt eingestellter oder nicht vorhandener „DDI Control“-Einstellung kein Bild ausgeben, dann gelten die Tipps in der folgenden Frage.

Ursachenfindung

Unzuverlässiger Betrieb von Docking Stations kann vielfältige Ursachen haben. Wir geben hier ein paar allgemeine Tipps:

  • Die bei Docking Stations enthaltenen USB-C-Kabel sind aus Kostengründen nicht immer die besten. Es ist einen Versuch wert, das Kabel gegen ein höherwertigeres Kabel zu tauschen, welches für Thunderbolt 4 zertifiziert ist. Das gilt auch für Docking Stations an Laptops, die kein Thunderbolt untersützen. Die Zertifizierung für Thunderbolt 4 verspricht höchste Qualität – egal welche Features letztendlich genutzt werden. Idealerweise sollte das Kabel nicht länger sein als 30cm.
  • Falls es an der Docking Station Probleme mit den angebundenen Displays gibt, empfehlen wir zur Eingrenzung des Problems ein sukzessives Herunterstufen der Display-Bildwiederholrate. Unterstützt das Display zum Beispiel 1440p mit 144hz würden wir als nächstes mal einen Betrieb mit 120Hz probieren.
  • Mitunter kann es auch helfen, die DisplayPort- und/oder HDMI-Kabel hinter der Docking Station gegen kürzere und ggf. höherwertigere Exemplare zu ersetzen.
  • Falls die Docking Station über einen eigenen Netzteil-Anschluss verfügt, sollte dieser unbedingt genutzt werden.
  • Falls der Laptop in der Lage ist, über USB-C geladen zu werden (gilt derzeit nur für XMG CORE 14), lohnt sich probehalber ein Betrieb ohne dieses Feature. Steck dazu einfach das Original-Netzteil des Laptops in den Netzteil-Anschluss direkt am Laptop.
  • Schau eventuell nach, ob wir für deinen Laptop Firmware- oder Treiber-Updates bereitstellen. USB-C- und Thunderbolt-Kompatibilität hängt unter anderem am EC, BIOS, an Chipsatz-Treibern und den Grafiktreibern, über welche die Bildausgabe erfolgt. Vor allem der Effekt von EC/BIOS-Updates ist hierbei nicht zu unterschätzen. Entsprechende Anleitungen findest du im Download-Bereich.
  • Letztlich kann es natürlich auch sein, dass die Docking Station an sich einen Defekt hat. Probiere die Docking Station bitte mit der gleichen Peripherie an einem anderen Laptop mit USB-C.
Weitere Schritte

Sollte sich trotz dieser Tipps keine Besserung einstellen, nimm bitte den Kontakt mit unserem Support-Team auf. Nenne dabei bitte genau die Modell-Nummer der Docking Station und sämtlicher angeschlossener Peripherie. Gib bitte auch an, welche Tipps du schon probiert hast und mit welchen Auflösungen und Bildwiederholrate du externe Monitore an der Docking Station betreibst. Falls sich das Problem schwer in Worte fassen lässt, nimm bitte ein kurzes Video mit dem Handy auf und stelle es uns z.Bsp. über streamable.com zur Verfügung.

Was kann mein Laptop?

Informationen zu der Docking Station-Kompatibilität verschiedener XMG-Laptops findest du in der FAQ-Kategorie „Sortiment“ unter der Frage „Welche Docking Stations werden für XMG-Laptops empfohlen?“.

Es darf eigentlich nicht passieren

Normalerweise sollten nach vollständiger Installation aller Treiber (von USB-Stick oder aus dem Download-Portal) keine unbekannten Geräte mehr im Geräte-Manager auftauchen – sofern keine externe Peripherie angeschlossen ist. Falls dies dennoch der Fall ist, kann dies folgende Ursachen haben:

  • Das Windows-Installationsmedium entsprach nicht dem neusten Stand sondern war sehr veraltet
  • Es wurden einzelne Treiber übersprungen
  • Die Installation einzelner Treiber wurde nicht vollständig abgeschlossen (z.Bsp. mit Fehlermeldung abgebrochen)
  • Es wurden falsche Treiber installiert – entweder weil wir irrtümlich den falschen USB-Stick mitlieferten oder weil der Anwender die Treiber eines anderen Modells heruntergeladen hat
Gerät identifizieren

Um herauszufinden, wobei es sich bei dem unbekannten Gerät handelt, empfehlen wir folgendes Vorgehen:

  • Doppelklick auf das Gerät um die Eigenschaften aufzurufen.
  • Im Reiter „Details“ die Eigenschaft „Hardware IDs“ auswählen.
  • Dort befindet sich eine Kombination aus Vendor- und Device-ID:
    • Vendor = Hersteller
    • Device = Gerät
    • Beispiel: VEN_PNP&DEV_C000
  • In einer beliebigen Internet-Suchmaschine nach dieser Kombination suchen, um einen Hinweis auf die Identität des Gerätes zu erlangen.

Mit diesem Hinweis lässt sich dann meist schnell erahnen, welches Treiber-Paket eventuell übersehen oder unvollständig installiert wurde.

Einführung

Probleme mit dem WLAN-Empfang können ganz unterschiedliche Ursachen haben. WLAN ist eine hochkomplexe Technik, mit welcher digitale Daten über das Medium „Luft“ übertragen werden – es handelt sich um ein sog. „Shared Medium“, also ein Medium, welches von sehr vielen Teilnehmern gleichzeitig benutzt wird. Dazu gehören die WLAN-Netze der Nachbarn, Bluetooth-Verbindungen, Auto-Türöffner, Mikrowellen, Babyphones uvm. – alle diese Anwendungen tummeln sich im 2,4Ghz-Frequenzband oder in angrenzenden/überlappenden Bereichen. Damit es dabei nicht zu Verwechslungen kommt, sind komplexe Mechanismen notwendig, durch welche sichergestellt werden soll, dass alle Datenpakete eindeutig gekennzeichnet und verschlüsselt sind und dass alle WLAN-Teilnehmer möglichst immer nur abwechselnd und nicht gleichzeitig senden. Da die WLAN-Standards im Laufe der Zeit viele Updates, Revisionen und Verbesserungen erhielten (a/b/g/n/ac/ax), sind Verbindungs-Probleme und Inkompatibilitäten nicht vollständig zu vermeiden. Es folgen daher ein paar praktische Tipps, wie man WLAN-Verbindungsprobleme lösen oder wenigstens umgehen kann.

WLAN-Treiber-Update

Falls das WLAN-Modul recht neu ist (also erst seit kurzem auf dem Markt ist), kann manchmal ein einfaches Treiber-Update schon Probleme beseitigen. Aktuelle WLAN-Treiber kann man direkt beim Hersteller herunterladen – sie sind für alle Laptops gleichermaßen gültig. Bei der Gelegenheit kann man auch gleich seinen Bluetooth-Treiber aktualisieren.

Für Intel Wireless Module:

Für Intel Killer Wireless Module (ehemals RIVET Networks):

Firmware-Update im WLAN-Router

„Router“ wird hier synoym mit „Access Point“ (AP) verwendet.

Falls das WLAN-Modul der allerneusten Generation entspricht, aber der WLAN-Router schon etwas älter ist, kann es vorkommen, dass ältere Router mit den neusten Modulen nicht so ganz zurechtkommen. Zwar sind alle WLAN-Standards prinzipiell abwärtskompatibel. Doch wie immer steckt der Teufel eben im Detail.

Jeder Router hat eine individuelle Firmware welche sich über den Hersteller des Routers aktualisieren lässt. Bei vielen Routern finden Firmware-Updates inzwischen semi-automatisch im Web-Interface des Routers statt. Bei manchen muss man vorher die Update-Datei von der Website des Herstellers manuell herunterladen. Seltener kommt es vor, dass sich Kombi-Geräte aus WLAN-Router und DSL-/Kabel-Modem nur per Fernzugriff direkt vom Provider updaten lassen. Die erste Anlaufstelle ist immer der Hersteller des Routers oder des Dienstleisters, welcher den Router zur Verfügung gestellt hat.

Um das Web-Interface des Routers zu finden, geht man wie folgt vor:

  • Kommandozeile öffnen mit Win+R: cmd
  • „ipconfig“ eintippen → Windows zeigt die IP-Adresse der LAN- und WLAN-Verbindungen an
  • Unter „Default Gateway“ steht die IP-Adresse des Routers
  • Diese IP-Adresse in die Adresszeile des Browsers eingeben
  • Benutzername und Passwort des Routers hat man bei der Ersteinrichtung vergeben. Eventuell stehen die Daten auch auf dem Typenschild auf der Unterseite des Routers.

Bitte beachten: einige wenige WLAN-Router setzen sich nach einem Firmware-Update automatisch auf Werkseinstellungen zurück. Deshalb sollte man vor dem Update ein LAN-Kabel bereithalten, für den Fall, dass man man dem Update keinen WLAN-Zugriff mehr hat. Sollte der WLAN-Router auch gleichzeitig als DSL-/Kabel-Modem fungieren, sollte man möglichst auch die Internetzugangsdaten des Internet-Providers bereithalten, zum Beispiel indem man diese (sofern möglich) vor dem Update aus der Web-Oberfläche des Routers abschreibt.

Sicherheits-/Tuning-Software deaktivieren/deinstallieren

Wie bereits in der FAQ-Kategorie „Tipps“ erläutert: wir raten davon ab, dass System mit unzähligen Tuning- und Sicherheitsprogrammen zu überfrachten, da diese manchmal unerwartete Nebenwirkungen haben oder sich gegenseitig im Weg stehen können. Bei WLAN- oder Internet-Problemen empfehlen wir probehalber sämtliche Sicherheits-Software (Firewalls, Virenscanner) zu deinstallieren (eine einfache Deaktivierung etwaiger Schutzfunktionen ist erfahrungsgemäß nicht ausreichend).

Router-Einstellungen verändern

Falls sich etwaige WLAN-Probleme auch nach den o.g. Tipps nicht verbessern, so kann man versuchen, ein paar Einstellungen zu verändern. Denn manchmal kommt es vor, dass WLAN-Modul und -Router zwar dieselbe Sprache sprechen, in einzelnen Punkten dann aber doch „Meinungsverschiedenheiten“ haben und nicht richtig miteinander harmonieren. Die Web-Oberfläche eines WLAN-Routers bietet meistens vielfältige Einstellungsmöglichkeiten, welche man zur Fehlerbehebung durchprobieren kann. Oftmals sind diese Einstellungen hinter einen „Experten-Modus“ oder hinter „Advanced“ versteckt.

Für alle Einstellungs-Änderungen am WLAN-Router gilt: schreibt auf, was ihr geändert habt! Vor allem wenn man die Verschlüsselungs-Einstellungen ändert, sollte man genau darauf aufpassen, ob man dabei nicht aus Versehen das  WLAN-Passwort ändert. Auch hier gilt wieder: ein LAN-Kabel ist ein gutes Backup. Sollte man sich einmal aus Versehen komplett aus dem WLAN ausschließen, wird man mit einem LAN-Kabel auf jeden Fall wieder Verbindung aufnehmen können.

Sollten alle Versuche scheitern – also solltest du trotz aller Versuche keine Verbindung mehr zum Router herstellen können – dann hilft zum Schluss immer noch der Reset-Knopf. Jeder Router hat einen winzigen Knopf, den man mit einer ausgeklappten Büroklammer für 5-10 Sekunden lang eindrücken kann. Dadurch wird der Router auf Werkszustand zurückgesetzt – allerdings müssten dann unter Umständen auch wieder die Verbindungsdaten des Internet-Providers neu eingeben (sofern es sich beim Router um ein Kombi-Gerät mit DSL-/Kabelmodem handelt).

Es folgen ein paar Tipps zu WLAN-Einstellungen, welche man im Router verändern kann:

  • WPS (Wi-Fi Protected Setup) deaktivieren. Diese Funktion ist eigentlich dazu da, das Verbinden mit dem WLAN zu vereinfach (z.Bsp. über „Konfiguration per Knopfdruck“). In der Praxis kann sie aber auch zu Problemen führen. Wir empfehlen daher, diese Funktion zu deaktivieren und sich ganz klassisch über SSID (WLAN-Netzwerkname) und gemeinsam genutztes WLAN-Passwort einzuwählen.
  • WPA/WPA2 umschalten. Viele Router bieten standardmäßig einen Hybrid-Modus, in welchem sowohl WPA als auch WPA2 als Verschlüsselungs-Methode genutzt werden. Manche (vor allem ältere) WLAN-Module kommen damit nicht zurecht. Da WPA2 für Privat-Anwender keinerlei Vorteile bietet, empfehlen wir einen Wechsel auf einfaches WPA ohne Hybrid-Modus. Nicht empfohlen wird „WEP“ – dieser Standard ist veraltet und lässt sich leicht knacken.
  • Kanäle umschalten. Die WLAN-Standards bieten in den meisten Ländern 11-13 Funkkanäle (in Japan sogar 14) im 2,4Ghz Frequenzband. Viele Router sind standardmäßig so eingestellt, dass sie automatisch den besten WLAN-Kanal wählen sollen. Das klappt aber unter Umständen mehr schlecht als recht. Besser ist es daher, selber einen Kanal zu wählen, welcher möglichst frei von anderen WLAN-Netzen ist. Um herauszufinden, in welchen Ecken Ihres Hauses welche Kanäle besonders belegt sind, gibt es recht gute Wi-Fi Analyzer Apps für Android-Smartphones.
  • Zwischen WLAN-Frequenzbändern 2,4GHz und 5GHz umschalten. Viele WLAN-Router und -Module können auch im 5Ghz-Band funken. Diese Fähigkeit wird auch als „Dual Band“ bezeichnet. Manche Router sind dabei so eingestellt, dass sie in beiden Bändern gleichzeitig funken können. Das kann durchaus seine Vorzüge haben, kann aber auch zu Problemen führen. Bei häufigen Verbindungsabbrüchen kann man versuchen, im Router entweder nur das 2,4Ghz-Band oder nur das 5Ghz-Band auszuwählen. Aber Obacht: im exklusiven 5GHz-Modus kann das WLAN nicht mehr von Geräten genutzt werden, welche nicht 5GHz-fähig sind. Dies betrifft vor allem besonders alte Laptops und besonders alte Smartphones. Um diese Geräte wieder ins WLAN zu holen, muss man im Router das 2,4GHz-Band wieder aktivieren.
  • Zwischen a/b/g/n/ac/ax-Standards umschalten. Alle diese verschiedenen WLAN-Standards bauen aufeinander auf und sind eigentlich abwärtskompatibel. Die meisten Router sind so eingestellt, dass sie mehrere Standards gleichzeitig unterstützen. In seltenen Fällen kann aber auch dies zu Problemen führen. Es kann sich deshalb lohnen, Standards einzelnen Standards durchzuprobieren. Die Standards sind in der vorherigen Aufzählen von links nach rechts dem Alter nach sortiert („ax“ ist der neuste Standard). Ältere Standards mögen zwar mit leichten Performance-Verlusten einhergehen, aber könnten eventuell zuverlässiger sein. Aber auch der umgekehrte Fall ist möglich: eventuell reagiert das Netz besser, wenn nur einer der neusten Standards aktiv ist (davon ausgehend, dass alle WLAN-Teilnehmer diesen auch unterstützen).
Austausch des WLAN-Moduls ist möglich

Sollte keine der oben genannten Maßnahmen helfen und sollte eine Software-Ursache zu 100% ausgeschlossen sein, kommen immer noch zwei Möglichkeiten in Betracht: entweder WLAN-Modul und Router vertragen sich einfach nicht miteinander oder das WLAN-Modul ist einfach nur defekt. In beiden Fällen lässt sich das WLAN einzeln ausbauen und über unseren Vorabtausch-Service auswechseln – gern auch gegen ein anderes Modell. Eine Einsendung des Laptops ist für diesen Vorgang nicht unbedingt nötig. Bitte nimm dazu einfach mit unserem Kontakt mit unserem Support auf.

Was ist Backlight-Bleeding?

Als Backlight-Bleeding werden helle Lichthöfe bzw. helle Bereiche auf dem Monitor bezeichnet, die vorrangig beim Betrachten dunkler Inhalte wie beispielsweise bei Spielen oder in Filmen sichtbar sind. Die Lichthöfe treten meist am Rand des Displays auf und entstehen durch eine unterschiedliche Anordnung von Flüssigkristallen im Display, die unterschiedlich viel Licht durchdringen lassen.

Wie entsteht Backlight-Bleeding?

IPS-Displays bestehen aus mehreren Schichten, die in unterschiedlichen Winkeln exakt übereinander gelegt werden. Schon die minimalste Abweichung bei der Schichtung kann einen leichten Druck im Inneren des Displays auslösen, der die Flüssigkristalle leicht verschiebt. Dadurch kann an einigen Stellen mehr Licht durchdringen als an anderen. Die daraus resultierenden Lichthöfe nennt man Bleeding.

Was kann ich gegen Backlight-Bleeding tun?

Leider kann man gegen dieses Phänomen nichts unternehmen. Auch ein Wechsel des Displays wird den Umstand des Backlight-Bleedings nicht beheben. Ein Einsenden des Gerätes ist daher in den meisten Fällen unnötig.

Schenker Technologies setzt bei der Produktion seiner Produkte auf hohe Qualitätsstandards, die die Auswirkungen für den Nutzer so gering wie möglich halten. Technisch bedingt ist es jedoch leider nicht möglich das Backlight-Bleeding vollständig auszuschließen.

Lässt Backlight Bleeding mit der Zeit nach?

Es kommt vor, dass bestimmte Arten von Backlight-Bleeding mit der Zeit nachlassen. Frisch produzierte Displays unterliegen einer gewissen mechanischen Spannung, welche in den ersten Wochen und Monaten der Nutzung zurückgehen. Diese Eingewöhnungsphase erfolgt noch nicht im Warenlager, da sie von der Betriebstemperatur des Panels abhängt. Ein Beispiel eines Rückgangs von Backlight-Bleeding nach 25 Tagen ist in diesem Beitrag auf Reddit dokumentiert.

Dies kann verschiedene Ursachen haben. Wir geben hier drei essenzielle Tipps zum Thema.

Firmware-Ursache am Beispiel von XMG FUSION 15

Es gab ein Problem mit dem NVIDIA USB-C-Treiber, das dazu führte, dass der Laptop genau 3 Stunden nach dem Eintritt in den Standby-Modus aufwachte. Der Laptop versuchte dabei, in den Ruhezustand zu wechseln (Hibernate, Suspend to Disk), was jedoch nicht gelang. Dieses Problem wurde im BIOS 0062 behoben und ist später wieder aufgetaucht. Es wird nun in Kürze mit BIOS 0142 für XMG FUSION 15 behoben.

Wake-Timer deaktivieren (gilt für alle PCs und Laptops)

Abhängig von der Windows-Konfiguration gibt es möglicherweise bestimmte Zeitpläne für Aufgaben (einschließlich Windows-Updates), die den Laptop auffordern, aus dem Ruhezustand aufzuwachen oder in den Ruhezustand zu gehen. Weitere Informationen hierzu bietet dieser Artikel. Die gängigste Lösung ist die Deaktivierung der Option „Allow Wake Timers“ für „Netzbetrieb“ und „Akkubetrieb“ in den erweiterten Energie-Optionen. Bitte beachten: Diese Einstellung hängt von den einzelnen Energieprofilen ab und in Windows sind möglicherweise mehrere vorhanden: Leise, Ausbalanciert, Hochleistung. Wir würden daher empfehlen, die Option in allen drei Profilen (sofern vorhanden) zu deaktivieren.

Ursache für das Aufwachen überprüfen

Es gibt einen einfachen Befehl, der den Grund für das letzte Aufwachen Ihres Laptops verrät. Normalerweise ist dies etwas wie „Power Button“ oder „Deckel öffnen“, aber im Fall eines automatischen Aufwachen könnte dieser Befehl auf einen bestimmten Treiber oder eine Windows-Komponente hinweisen. Öffne hierzu „Eingabeaufforderung“ im Startmenü und gib ein:

powercfg -lastwake

Dieser Befehl benötigt keine Admin-Rechte. Falls du unsicher bist, wie du die Ausgabe des Befehls interpretieren sollst, kopiere die Ausgabe bitte oder mache einen Screenshot und kontaktiere uns über einen unserer Support-Kanäle oder über die Community.

Wie lange sollte es normalerweise dauern?

Der Kaltstart und das Aufwachen aus dem Ruhezustand sollten zwischen dem Drücken des Netzschalters und dem Erscheinen des Anmeldebildschirms bei aktuellen Modellen mit SSD nicht viel länger als 12 Sekunden dauern. Falls der Laptop deutlich länger braucht, bieten wir folgende Tipps.

„Fast Boot“ aktivieren

Die Aktivierung von „Fast Boot“ im BIOS ist eine Voraussetzung für die Verwendung von Microsofts „Hybrid Boot“-Technologie, die eine Menge Zeit beim Kaltstart spart. Vor der Auslieferung aktivieren wir „Fast Boot“ in allen XMG-Laptops – es kann jedoch vorkommen, dass diese Funktion vom Benutzer deaktiviert wird. Bei einem bestimmten Modell (XMG FUSION 15) kann es auch bei einem BIOS-Reset deaktiviert werden. Um sicherzustellen, dass „Fast Boot“ aktiviert ist, führe bitte im BIOS-Setup folgende Schritte aus:

  • Öffne das [Exit]-Menü und bestätige [Restore Defaults], aber starte noch nicht neu
  • Navigiere in das [Boot]-Menü und wähle [Boot Priority]
  • Suche [Fast Boot] und stelle es auf [Enabled]
  • Zurück im [Exit]-Menü, wähle [Save Changes and Exit], wodurch das System neustarten wird

(die Position der „Fast Boot“-Option im BIOS-Setup kann je nach Modell leicht abweichen)

Firmware aktualisieren (und ggf. doppelt flashen)

Der Bootvorgang lässt sich grob einteilen in BIOS-Zeit und Windows-Zeit. Die Zeit, die das System in dem Zustand verbringt, bevor das XMG-Bootlogo und der kleine Windows-Ladekreisel zum ersten Mal erscheint, ist BIOS-Zeit. Bei XMG FUSION 15 dauert es z.Bsp. in der Regel etwa 7 Sekunden zwischen dem Drücken des Einschaltknopfes und dem ersten Erscheinen des XMG-Bootlogos. Wenn diese Zeitspanne bei deinem Laptop deutlich länger ist, könnte die Ursache in der Hardware oder Firmware liegen.

Beispiele aus der Praxis:

  • Benutzer hatte bereits ein System mit Thunderbolt Firmware NVM v56. Aber aufgrund einer Vermutung hat er einfach versucht, dieselbe Firmware noch einmal zu aktualisieren, und damit war die lange BIOS-Zeit sofort behoben. (Quelle)
  • Später hat die Thunderbolt-Firmware NVM v62 die Boot-Zeit für bestimmte Grenzfälle (bestimmte Docking Stations) noch einmal verkürzt. (Quelle)
TEMP-Ordner bereinigen

Entnommen aus diesem Beitrag:

„Ich habe herausgefunden, dass Windows (namentlich sein ProfSvc-Dienst) bei jedem Start alles, was sich im Ordner users/yourprofile befindet, mitnimmt und diese Dateien überschreibt. Ich vermute, dass er dabei einige Metadaten in den Dateien ändert. Wahrscheinlich werden die Lese-/Schreibrechte geändert. Aber es geht eine nach der anderen. Und der Anmeldevorgang wartet, bis er abgeschlossen ist. Solange der Computer relativ sauber ist, dauert dieser Vorgang nur ein oder zwei Sekunden. Aber wenn Visual Studio Update 160 000 Dateien im AppData/Temp-Ordner „vergisst“, dauert das Laden des Profils beim Booten 35 Sekunden. Ich brauchte nur den Temp-Ordner zu leeren und die Bootvorgänge waren wieder normal!“

Du kannst die Temp-Ordner entweder manuell leeren oder eine Software wie CCleaner verwenden. Bitte beachte, dass wir CCleaner nur für die Bereinigung von Temp-Ordnern empfehlen, nicht aber für die Bereinigung der Windows-Registrierung. Letzteres kann unter Umständen unerwartete Nebenwirkungen haben. Das Löschen der Temp-Ordner mit CCleaner ist hingegen recht sicher.

Riot Games ‚Vanguard‘ blockiert möglicherweise einen Treiber

Wenn man Spiele von Riot Games installiert hat, blockiert die Software „Vanguard“ möglicherweise den Treiber „inpoutx64.sys“ auf einigen unserer Systeme. Dieser Treiber steht im Zusammenhang mit dem Control Center. Uns sind Fälle bekannt, in dem das Vorhandensein von Vanguard zu einer deutlich verlängerten Bootzeit führte.

Saubere Neuinstallation in Betracht ziehen

Es mag unbequem sein, aber bei sehr langen Bootzeiten mit unklarer Ursache sollte man auch eine saubere Windows-Installation in Betracht ziehen. „Sauber“ bedeutet, dass die Systempartitionen auf der SSD im ersten Schritt des Installationsvorgangs gelöscht werden. Vorher sollte man natürlich ein Backup aller wichtigen Daten auf einem anderen Datenträger anlegen.

Fehlerbeseitigung

Bluescreens und andere zufällig auftretende Probleme können eine Reihe von Gründen haben. Manchmal kann die Fehlermeldung bzw. der erwähnte Treiber im Bluescreen bereits auf die Ursache hinweisen – aber manchmal sind die Meldungen nicht besonders eindeutig. Auch willkürliche Bildfehler in Windows (Artefakte, Störungen) müssen nicht unbedingt am Bildschirm oder der Grafikkarte liegen, da die integrierten Grafikeinheiten von Intel und AMD den Arbeitsspeicher als Grafikspeicher nutzen. Es folgen daher ein paar allgemeine Tipps, wie man bei solchen Problemen Schritt-für-Schritt vorgehen sollte:

  • Falls im BIOS, im Control Center oder über Drittsoftware ein Undervolting (Core Voltage Offset) vorgenommen wurde, deaktiviere dies bitte (auf Null setzen).
  • Führe ein BIOS-Update durch.
  • Führe einen BIOS-Reset durch (Defaults laden und speichern).
  • Stelle sicher, dass alle Treiber korrekt installiert sind – zumindest dass es keine gelben Ausrufezeichen im Geräte-Manager gibt.
  • Stelle sicher, dass keine System- oder Tuningsoftware oder Treiber von Drittanbietern geladen ist.
  • Öffne den Laptop (siehe FAQ-Kategorie „Wartung“) und entferne beide RAM-Module. Stecke eines der beiden RAM-Module ordentlich wieder ein. Betreibe den Laptop eine Weile lang probehalber mit nur einem einzigen RAM-Modul um zu sehen, ob die Bluescreens oder willkürlichen Bildfehler dadurch verschwinden.
  • Ziehe eine saubere Neuinstallation von Windows in Erwägung.
  • Führe außerhalb von Windows einen vollständigen Check beider RAM-Module mit MemTest86 durch (gebootet von USB-Stick).
Anleitung für MemTest86 zum Testen von Arbeitsspeicher

Um das System mit MemTest86 zu prüfen, befolge bitte diese Schritte:

  • Lade die kostenfreie Version MemTest86 hier herunter: https://www.memtest86.com/download.htm
  • (Die Pro-Version wird für den Zweck eines End-Anwenders nicht benötigt, muss also nicht gekauft werden).
  • Es wird eine Datei namens „memtest86-usb.zip“ heruntergeladen. Entpacke diese in einen neuen Unterordner.
  • Schließe einen USB-Stick an den Laptop an. Stelle sicher, dass sich drauf keine wichtigen Daten darauf befinden.
  • Mit den nächsten Schritten werden alle Daten auf diesem USB-Stick gelöscht!
  • Führe im ausgepackten Ordner das Programm imageUSB.exe aus und bestätige die Administrator-Abfrage.
  • Es öffnet sich eine Bedienoberfläche (siehe Screenshot). Bestätige den Laufwerksbuchstaben des entleerten USB-Sticks.
  • Klicke auf die Schaltfläche „Write“ (Schreiben) und lese und bestätige die folgenden Bildschirmanweisungen.
  • Sobald der USB-Stick erfolgreich eingerichtet wurde, führe einen Windows-Neustart durch und halte währenddessen die F2-Taste gedrückt, um in das BIOS-Setup zu gelangen.
  • Vergewissere dich, dass das Netzteil des Laptops eingesteckt und an eine externe Stromversorgung angeschlossen ist.
  • Bei einigen Laptops muss zum Booten von USB zunächst „Fast Boot“ deaktiviert werden. Bei den meisten Laptops muss auch „Secure Boot“ deaktiviert werden, um MemTest86 zu starten. Suche und deaktiviere daher „Secure Boot“ und „Fast Boot“ im BIOS-Setup. Weitere Optionen müssen nicht geändert werden. Das Aktivieren von CSM bzw. der Legacy Mode sind für moderne Versionen von MemTest86 nicht mehr erforderlich.
  • Beende das BIOS-Setup mit „Save & Reset“. Halte während des Neustarts die Taste F10 (XMG FUSION 15) bzw. F7 (alle anderen XMG-Laptops) gedrückt, um das folgende Boot-Medium auszuwählen.
  • Wähle aus dem folgenden Menü das USB-Laufwerk aus.
  • MemTest86 wird automatisch gestartet und beginnt mit dem Test (siehe Screenshot). Falls ein Fehler erkannt wird, mache bitte ein Bildschirmfoto (z.Bsp. mit dem Handy) für eine spätere Kontaktaufnahme mit unserem Support.
  • Fall der erste Durchlauf (Pass: 1 / 4) ohne Fehler abschließt, ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass auch in den folgenden Durchläufen keine weiteren Fehler auftreten. Man könnte den Test dann abbrechen und mit Strg+Alt+Entf neu starten. Im Zweifelsfall kann man den Test aber auch mal über Nacht mit mehreren Durchläufen durchführen.


Hinweis: Bei einem typischen Gaming-Laptop verbraucht MemTest86 ca. 100 Watt an der Steckdose. Das ist zwar nicht wenig, aber deutlich weniger als die meisten Gaming- oder andere Volllast-Szenarien. Eine Dauerlauf über Nacht ist daher bei adäquater Kühlung kein Problem.

Was tun, wenn MemTest86 Fehler festgestellt hat

Nicht immer sind Abstürze oder MemTest86-Fehler auf tatsächlich defekte Module zurückzuführen. Falls eines der Module z.Bsp. einfach nur schlechten Kontakt hat, kann es auch helfen, die Module einmal zu entfernen und ordentlich wieder einzusetzen. Hinweise zum Öffnen des Laptops befinden sich in der FAQ-Kategorie „Wartung“.

Falls MemTest86 tatsächlich Fehler gefunden haben sollte und sich diese auch nicht durch eine erneute Assemblierung der Module beseitigen lassen, kann du als nächstes versuchen, beide Speichermodule einzeln zu testen. Entferne eines der beiden Module und führe erneut einen Durchlauf mit MemTest86 durch. Wenn die Fehler nur bei einem der Module auftreten, versuche dasselbe Modul noch einmal in dem anderen (leeren) RAM-Steckplatz. Wenn dasselbe Modul bei der Einzelprüfung in beiden RAM-Steckplätzen Fehler anzeigt, ist es möglicherweise tatsächlich defekt. In diesem Fall können wir es über unseren Vorabtausch-Service auswechseln, ohne den kompletten Laptop einzusenden.

Alles wieder auf Null

Vergiss bitte nach Abschluss dieser Tests nicht, die geänderten BIOS-Einstellungen rückgängig zu machen. Gehe dazu zurück ins BIOS-Setup (F2) und lade ggf. die Defaults erneut, aktiviere Fast Boot evtl. erneut und speichere alles wieder mit Save & Exit.

Elektromagnet löst Sensor aus

Die „Deckel schließen“-Funktion, welche standardmäßig den Laptop in den Standby-Zustand versetzt, basiert auf einem magnetischen Sensor (sog. Hall-Sensor), welcher sich bei den meisten Modellen an der Vorderkante des Laptops befindet. Berührt man diesen Sensor mit einem Magneten, dann löst er die entsprechende Aktion aus. Es kann passieren, dass man diesen Sensor aus Versehen mit einem Objekt am Handgelenk auslöst, z.Bsp. mit einem Fitness-Armband, einer Smart Watch oder dem „MagSafe“-Zubehör neuerer iPhones. Sollte es also vorkommen, dass der Laptop manchmal vermeintlich „von alleine“ in den Standby-Modus geht, dann sollte man zunächst die Aktion für „Deckel schließen“ auf „nichts unternehmen“ stellen. Die Option findet man am schnellsten, indem man im Startmenü nach dem Wort „Deckel“ sucht.

Thunderbolt als mögliche Ursache

Manche Nutzer haben berichtet, dass sie im Idle eine hohe CPU-Last (größer als 10%) haben, wenn bestimmte Geräte per USB-C verbunden sind. Es wurde der folgende Workaround gefunden:

  • Device Manager → System devices → Thunderbolt Controller → Power Management
  • → Disable „Allow the computer to turn off this device to save power“
Reset kann helfen

Bei Problemen mit Tastatur-Beleuchtung und sonstigen RGB-LEDs gibt es ein paar grundsätzliche Tipps:

  • Die meisten Modelle haben im Control Center bei der Tastatur-Beleuchtung einen „Reset“ oder „Restore“-Button um alle Einstellungen auf Standard zurückzusetzen. Probier diesen Button bitte einmal.
  • Die Tastatur-Beleuchtung wird von der EC-Firmware gesteuert und das EC hängt mit dem BIOS zusammen. Führe bitte zunächst einen BIOS-Reset durch (Load Defaults, Save & Reset).
  • Falls ein BIOS-Reset nicht hilft, führe bitte ein EC-Update durch. Falls das EC bereits aktuell ist, kannst du es trotzdem erneut flashen, also überschreiben. Führe anschließend erneut einen BIOS-Reset durch.
  • Nach dieser Prozedur würden wir auch empfehlen, das Control Center neu zu installieren. Die neuste Version findest du im Download-Portal des jeweiligen Laptops.
Abtastrate zu hoch für den USB-Verteiler

Manche Nutzer von USB-Gaming-Mäusen mit ≥1000Hz Polling-Rate haben berichtet, dass die Maus manchmal nicht funktioniert oder Aussetzer hat, wenn sie zusammen hinter einem USB-Hub (z.Bsp. in einem Monitor) oder einer Docking-Station verwendet wird. Dies gilt sowohl für Hubs und Docks per USB-A als auch USB-C (Thunderbolt).

In solchen Fällen empfehlen wir, die neuesten offiziellen Treiber vom Hersteller der Maus zu installieren. Sollte dies nicht helfen, kann man versuchen, die Abtastrate (Polling Rate) auf 500 Hz zu reduzieren. Oftmals ist es so, dass manche USB-Hubs mit einer besonders hohen Abtastrate nicht zurechtkommen.

It’s not a bug, it’s a feature

Hochleistungslaptops verbrauchen im Standby tendenziell mehr Energie als andere Geräte. Dies betrifft vor allem die Serien XMG FUSION und XMG NEO mit opto-mechanischer Tastatur. Grund: die Tastatur verbraucht auch im Standby etwas mehr als 1W, weil die Tastatur auch im Standby-Zustand die opto-mechanischen Schalter am Leben erhält. Unter jeder einzelnen Taste liegt eine kleine Infrarot-Lichtschranke, welche den Tastendruck registrieren soll.

Tastatur weckt System aus dem Standby

Die Tastatur wird deshalb mit Strom versorgt, weil sie das System aus dem Standby aufwecken können soll. Daraus ergibt sich in der Summe ein Stromverbrauch (mit Netzteil, gemessen an der Steckdose, inkl. Verlustleistung des Netzteil) von bis zu 1,8 Watt im Standby bei ansonsten vollgeladenem Akku. Diese Systemeigenschaft ist fest in Hardware gegossen und lässt sich für den Standby-Betrieb nicht optional deaktivieren. Eine vollständige Abschaltung der Tastatur findet erst im Ruhezustand (S4, Hibernate, Suspend to Disk) bzw. nach dem Ausschalten (S5) statt.

Hibernate statt Standby

Wir empfehlen grundsätzlich die Verwendung des Ruhezustands. Im Ruhezustand wird praktisch keine Energie verbraucht – der Laptop schaltet komplett ab. Vorher wird der Inhalt des Arbeitsspeichers eingefroren und auf der SSD zwischengespeichert. Das System geht dabei recht intelligent vor: es wird nicht der komplette Arbeitsspeicher gespeichert sondern nur die tatsächlich genutzte Kapazität. Es lohnt sich also, vor dem Wechsel in den Ruhezustand die Fenster und Programme zu schließen, die man nach dem Aufwachen vermutlich nicht mehr brauchen wird.

Standardmäßig geht der Standby-Modus nach 180 Minuten automatisch in den Ruhezustand über. Man kann diese Zeitspanne in den erweiterten Energieoptionen von Windows verkürzen (siehe Screenshot). Dies müsste man für jedes der verfügbaren Leistungsprofile (Energiesparmodus, Ausbalanciert, Hochleistung) tun, sofern vorhanden. Damit der Ruhezustand im Startmenü zur Auswahl steht, muss man ihn zunächst aktivieren (siehe Screenshot).

Fertigungstoleranz

Wenn die Leertaste oder eine andere großflächige Taste scheinbar unzuverlässig auslöst, könnte es sich um Problem mit der Fertigungstoleranz handeln. Normalerweise erkennen wir solche Probleme bei unseren eigenen Qualitätskontrollen, aber manche Fälle können trotzdem erst beim Endbenutzer auffallen – auch wenn man bedenkt, dass jeder beim Tippen unterschiedlich viel Kraft aufwendet.

Ein Hotfix ist möglich

Abseits einer Rückgabe des Laptops kann es helfen, die Bauhöhe der Leertaste mit einem einfachen Stück Klebeband zu erhöhen. Diese Änderung ist jedoch nicht ganz trivial. Eine andere Möglichkeit, das Auslöseverhalten zu verbessern, könnte darin bestehen, die Metallstabilisatoren in einer bestimmten Weise zu biegen – aber das ist noch schwieriger und fehleranfälliger.

Schematisch liefe der Tape-Fix (am Beispiel der Leertaste) wie folgt ab:

  • Leertaste ausbauen
  • Kleines Stück Klebestreifen auf die Unterseite der Leertaste kleben – und zwar dort, wo die Leertaste den darunterliegenden Schalter berührt
  • Diesen Schritt ggf. mehrmals wiederholen, bis die erforderliche Bauhöhe erreicht ist
  • Leertaste wieder einbauen

Bei XMG FUSION und XMG NEO mit mechanischer Tastatur ist die Demontage der Leertaste noch vergleichsweise einfach (siehe Video). Bei allen anderen Modellen ist das Risiko, die unter der Taste befindliche Verriegelung zu beschädigen, deutlich größer. Aus diesem Grund empfehlen wir, bei solchen Tastatur-Probleme zunächst Kontakt mit unserem Support-Team aufzunehmen.

Reinigung der Tastatur kann helfen

Falls das Problem erst nach einigen Monaten oder Jahren der Nutzung auftritt, kann eventuell auch ein Fremdkörper-Partikel (z.Bsp. ein Sandkorn) unterhalb der Taste für das unzuverlässige Auslöseverhalten verantwortlich sein. Weitere Hinweise hierzu findest du unter „Tastatur-Reinigung“ in der FAQ-Rubrik „Wartung“.

It’s complicated

Das Thema DPC Latency für Echtzeit-Audio-Anwendungen (DJ- und Musikproduktion mit besonders niedrigen Buffer Sizes) war schon immer recht komplex und ist seit der Einführung von Modern Standby (S0ix) in letzter Zeit noch komplizierter geworden.

Abhilfe existiert

Für garantiert niedrige DPC-Latenzen empfehlen wir einen Blick auf die speziell optimierten Laptops in der Audio-Kategorie unseres Online-Shops bestware.

Für andere Modellen sammeln wir hier ein paar allgemeine Tipps:

  • Bitte stelle sicher, dass du die neuste EC-Firmware und das neuste BIOS verwendest
  • Probiere, den NVIDIA GameReady-Treiber zu deinstallieren und wechsle zum NVIDIA Studio-Treiber (siehe Screenshot)
  • Deinstalliere Treiber-Pakete wie Sound Blaster, THX Spatial Audio sonstige Audioanwendungen von Drittanbietern
  • Deinstalliere alle Anwendungen von Drittanbietern, die tief in das System integriert sind, einschließlich: Systemüberwachung und -tuning, Antivirus, Firewalls, Kopierschutz, Anti-Cheat usw.
  • Betreibe den Laptop möglichst im High-Performance-Profil – auch wenn dadurch die Lüftersteuerung etwas aggressiver sein sollte
  • Befolge die Tipps auf dieser Website: Sweetwater Audio: PC Optimization Guide for Windows 10, insbesodere die Tipps zu Power & Disk Optimization
Last but not least

Wir hoffen, dass diese Tipps bei der Nutzung von Echtzeit-Audio weiterhelfen. Wenn alle Stricke reißen, kann man DPC Spikes auch entgegenkommen, indem man die Buffer Sizes im Musik-Programm erhöht. Für einen garantiert reibungslosen Betrieb im professionellen Audio-Umfeld empfehlen wir allerdings wie gesagt die oben verlinkte Audio-Kategorie auf bestware.

Einleitung

Akkulaufzeit, Stromverbrauch und Lüfterlautstärke hängen eng miteinander zusammen. Wenn das System bei geringer Last mehr Strom verbraucht als nötig, dann steigen die Gehäuse-Temperaturen, die Lüfterlautstärke nimmt zu und die Akkulaufzeit nimmt ab.

Ein unnötig hoher Stromverbrauch kann verschiedene Ursachen haben:

  • Ein Hintergrundprozess belastet permanent die CPU, ggf. auch nur einen einzigen CPU-Kern
  • Die dedizierte Grafikkarte schaltet sich trotz Hybrid-Grafik nicht ab, weil sie von irgendetwas wachgehalten wird
  • Eine Komponente oder ein Treiber verhindert, dass die CPU sich trotz niedriger Last in tiefere Sleep States legen kann
  • Eine Komponente (z.Bsp. SSD) erzeugt für sich selbst einen hohen Verbrauch im Idle

Mitunter können auch mehrere dieser Faktoren gleichzeitig eine Rolle spielen.

Die folgenden Abschnitte werden beleuchten, wie man diese potenziellen Ursachen untersuchen und ggf. beseitigen kann.

CPU-Auslastung untersuchen

Bitte befolge die folgenden Schritte:

  • Öffne den Windows Task Manager (Strg+Shift+Esc).
  • Öffne den „Details“-Tab und sortiere ihn absteigend nach CPU-Nutzung,.
  • Jetzt müssten die Prozesse mit der höchsten CPU-Nutzung immer ganz oben stehen.
  • Sofern hier ein Prozess dauerhaft mehr als 1~2% CPU-Last erzeugt, dann deutet das bereits auf ein Problem.
Wieso können bereits einstellige Prozentwerte problematisch sein?

Deine CPU besteht aus mehreren Kernen, z.Bsp. 8 Kernen und 16 Threads. Das Betriebssystem behandelt Threads als „logische Kerne“ – aus Sicht des Betriebssystems hat die CPU als 16 Kerne.

Wenn nun nur ein einziger dieser 16 Kerne zu 100% ausgelastet ist, dann zeigt Windows eine Gesamtauslastung von nur 6 bis 7% an. Wieso? Weil: 100% geteilt durch 16 Kerne ist 6,25%.

task manager single thread fully loaded 500

Screenshot: Task Manager mit Cinebench R15 im „Single“-Modus.

Da die anderen 15 Kerne in diesem Beispiel quasi nichts zu tun haben, steckt die CPU sämtliche Energie in diesen einen, aktiven Kern um diesen möglichst hoch takten zu lassen. Der Verbrauch der einzelnen Kerne ist also nicht konstant, sondern skaliert dynamisch mit der jeweiligen Auslastung. Eine Last von „nur“ 6% führt dann bereits dazu, dass die CPU schon knapp die Hälfte der spezifizierten TDP (Thermal Design Power) verbraucht.

Power Consumption Graph of i7-11800H in Cinebench R15 Single vs. Multi

Dieses Diagramm zeigt den Energieverbrauch eines i7-11800H im XMG CORE 15 in Cinebench R15 Single im Vergleich mit R15 Multi. Der „Multi“-Benchmark wird dabei 5x hintereinander wiederholt, weil er so schnell vorbei ist. Die vertikale Achse zeigt den CPU-Verbrauch in Watt, die horizontale Achse die Zeit (insgesamt 1 Minute, 55 Sekunden).

An dieser Grafik sieht man:

  • Der Multi-Benchmark erreicht kurz 105 Watt und tendiert dann temperaturbedingt in Richtung 80 Watt.
  • Der Single-Benchmark erreicht kurz 27 Watt und liegt danach konstant bei 22 Watt.

22 Watt ist ziemlich genau die Hälfte der TDP von 45 Watt – die CPU hat also hier bei einer Last von nominell „nur 6%“ schon ordentlich zu tun. Der normale Idle-Verbrauch der CPU liegt normalerweise bei 3 Watt oder weniger.

Wie sehe ich, ob sich die CPU-Last auf einen Kern konzentriert oder ob sie gleichmäßig verteilt ist?

Bitte folgen diesen Schritten:

  • Klicke im Task Manager auf den „Performance“-Tab.
  • Klicke mit der rechten Maustaste auf das Verlaufsdiagramm und wähle „zeige logische Kerne“ aus (siehe Screenshot).

Das Verlaufsdiagramm zeigt jetzt alle Threads (alle logischen Kerne) einzeln. Daran siehst du jetzt sehr gut, ob ein einzelner Kern voll ausgelastet ist. Manchmal kommt es vor, dass bestimmte System- oder Hintergrundprogramme schlecht programmiert sind, einen Bug haben oder einfach nur abgestürzt sind. So etwas äußert sich dann in einer hohen Belastung eines einzelnen Kernes. Solltest du im Task Manager ein solches Programm identifiziert haben, dann beende es bitte oder deinstalliere es gleich komplett.

Was, wenn ich im Task Manager nicht fündig werde oder das Ergebnis nicht eindeutig ist?

Ganz selten kommt es vor, dass der Task Manager bestimmte Programme und Hintergrunddienste nicht sehen kann. Aber auch so sind die (nach CPU sortiert) ständig hin und herhüpfenden Einträge ein wenig unübersichtlich. Daher gibt es eine bessere, ebenfalls kostenfreie Alternative direkt von Microsoft:

Das funktioniert wie folgt:

  • Runterladen, ZIP auspacken, procexp.exe mit Admin-Rechten starten
  • In der Liste der Prozesse nach CPU sortieren
  • Besser: Rechtsklick auf den Tabellen-Kopf der Prozessliste → Select Collums… → Process Performance → Haken setzen bei „CPU Time“
  • Damit wird rechts eine neue Spalte namens „CPU Time“ eingeblendet, nach welcher man die Liste sortieren kann.
  • „CPU Time“ zeigt den kumulativen CPU-Verbrauch aller Prozesse seit dem letzten Neustart (also nicht erst seit dem Starten von Process Explorer).

Ein paar Programme werden in dieser Liste immer ganz oben sein:

  • System Idle Process“ und „Interrupts“ – das ist quasi die Idle-Zeit.
  • dwm.exe – das ist die Windows-Komponente, die für das Rendering aller Fenster sorgt. Schiebt man Fenster hin und her, sieht man die Auslastung von dwm.exe steigen – das ist normal.
  • svchost.exe – das ist der Sammelprozess, hinter dem sich unzählige Hintergrunddienste verbergen. Sofern dies nicht an oberster Stelle steht, kann man es ebenfalls ignorieren, da meisten Dienste (vor allem die Dienste, welche nicht Windows-Bordmittel sind) in Process Explorer nochmal separat gelistet sind.
  • WmiPrvSE.exe – das ist der „WMI Provider Host“, eine Kernkomponente von Windows. Kann man ignorieren, solange es nicht oberhalb von dwm.exe liegt.
  • System – ebenfalls ein Sammelprozess. Enthält u.a. die „Interrupts“. Kann man vermutlich ignorieren.

Auch hier gilt: ein Prozess, welcher im Idle konstant mehr als 1% CPU-Last verursacht, ist erstmal grundlegend verdächtig.

Falls du dir nicht sicher bist, wie du die Werte interpretieren sollst, mach bitte ein paar Screenshots (Snipping Tool) und nimm Kontakt mit unserer Community oder dem Support auf.

Stromverbrauch untersuchen: CPU-, Grafikkarten- und Akku-Verbrauch

Falls sich aus Task Manager und Process Explorer nicht sofort eine Ursache ergibt, gehen wir einen Schritt tiefer. Hierzu verwenden wir das System-Monitoring-Programm HWiNFO64. Damit kann man sich Sensor-Werte wie Energieverbrauch und Temperaturen in übersichtlichen Verlaufsdiagrammen anzeigen lassen.

Screenshot of HWiNFO64 with 3 sensor diagrams

Es gibt andere Programme, die dasselbe leisten – aber HWiNFO64 ist unserer Meinung nach besonders gut geeignet, da es extrem ressourcenschonend programmiert ist und somit die empflindliche Messung des Idle-Verbrauchs nicht stört. Weitere Hinweise hierzu stehen in der FAQ-Kategorie „Tipps“ unter der Frage „Welche Tuning- und System-Software empfiehlt XMG?“.

Um den Energieverbrauch mit HWiNFO64 zu beobachten, gehe bitte wie folgt vor:

  • Versetze deinen Laptop in ein moderates Performance-Profil, z.Bsp. „Ausbalanciert“ oder „Unterhaltungsmodus“ (je nach Modell).
  • Entferne das Netzteil, damit der Laptop in den Akku-Betrieb wechselt.
  • Starte HWiNFO64, wähle „Sensors only“ und klicke auf „Run“.
  • Es öffnet sich eine lange Liste mit Sensor-Messwerten.
  • Wir werden jetzt für ein paar ausgewählte Messwerte ein Verlaufsdiagramm einblenden. Dazu scrollen wir nach unten und führen auf die gewünschten Messwerte einen Doppelklick aus:
    • CPU Package Power
    • GPU Power
    • Charge Rate
  • Jedes Verlaufsdiagramm hat eine von HWiNFO64 vordefinierte Ober- und Untergrenze. CPU Package Power hat zum Beispiel standardmäßig eine Obergrenze von 300 Watt – das ist für unseren Zweck natürlich viel zu hoch. Für eine Idle-Untersuchung würden wir empfehlen, die Obergrenze der CPU auf 45 Watt zu setzen. Alternativ kann man auch einfach in jedem Diagramm auf „Auto Fit“ klicken – dann passen sich die Grenzen automatisch an den jeweils kleinsten und größten gemessenen Wert an.

Falls du „GPU Power“ nicht findest, dann schläft deine NVIDIA-Grafikkarte noch. Prüfe das, indem du kurz die NVIDIA-Systemsteuerung (NVIDIA Control Panel) öffnest (Rechtsklick au dem Desktop). Dadurch wird die NVIDIA GPU für einen kurzen Moment geweckt und von HWiNFO64 registriert. Anschließend sollte sich die GPU wieder schlafen legen und in HWiNFO64 eine GPU Power von „0“ anzeigen. Die NVIDIA-Systemsteuerung kannst du jetzt wieder schließen.

Falls du „Charge Rate“ nicht findest (befindet sich am unteren Ende der Liste), dann bist du nicht im Akku-Modus. Wenn du im Akku-Modus bist, wird „Charge Rate“ einen Minuswert anzeigen. Der Wert zeigt an, wieviel Energie (in Watt) aus deinem Akku gezogen ist.

Zum Verständnis: ein „Charge Rate“-Wert von -30 gilt im weiteren Text als höher als -7, da er einen höheren Verbrauch kennzeichnet (30 Watt sind mehr als 7 Watt).

Welche Schlüsse kann ich aus diesen Werten ziehen?

Die Werte stehen in gegenseitiger Wechselwirkung. Ist die GPU aktiv, dann steigt auch der CPU-Verbrauch, weil die CPU eine PCI-Express-Verbindung zur GPU aufrechterhalten muss. Verbrauchen CPU und GPU viel Energie, steigt logischerweise auch der Akkuverbrauch.

Um die einzelnen Ursachen auszuschließen, gehen wir wie folgt vor:

  • „GPU Power“ liegt dauerhaft bei über Null? → GPU schläft nicht.
  • „CPU Package Power“ liegt dauerhaft bei mehr als 3 Watt, obwohl „GPU Power“ bei Null liegt? → Irgendetwas hält die CPU auf Trab.
  • „Charge Rate“ liegt dauerhaft bei über 10 Watt, obwohl die GPU bei Null und die CPU bei weniger als 3 Watt liegt? → Irgendeine andere Komponente sorgt für den Energieverbrauch.

Die folgenden Abschnitte behandeln jede dieser drei Kernursachen.

Wieso legt sich meine GPU nicht schlafen?

Falls deine GPU Power bei 0 Watt (Null Watt) liegt oder erst gar nicht gelistet wird, dann schläft sie offenbar. Das ist gut! Somit könntest du diesen Abschnitt überspringen.

Falls dein XMG-Laptop mit einer Desktop-CPU ausgestattet ist, kannst du den Abschnitt ebenfalls überspringen. Laptops mit Desktop-CPU nutzen kein NVIDIA Optimus – die dGPU ist somit immer aktiv.

Begriffserklärung:

  • iGPU = Integrierte Grafik, also die „kleine“ Grafikeinheit in deiner Intel- oder AMD-CPU
  • dGPU = Dedizierte Grafik, also die „große“ Grafikkarte von NVIDIA

Wenn sich die dGPU im Idle nicht schlafen legt, kann dies verschiedene Ursachen haben:

  • NVIDIA Optimus ist deaktiviert.
    • Bei manchen XMG-Laptops kann man NVIDIA Optimus im Control Center oder im BIOS-Setup deaktivieren. Dadurch wird das Display des Laptops direkt an die NVIDIA GPU angebunden. In diesem Zustand kann sich die GPU niemals schlafen legen.
    • Lösung: → NVIDIA Optimus wieder aktivieren.
  • Ein externer Bildschirm ist an die NVIDIA GPU angebunden.
    • Bei den meisten XMG-Laptops sind die HDMI- und DisplayPort-Ausgänge an die NVIDIA GPU angebunden. Sobald dort ein externer Monitor angebunden ist, kann sich die GPU nicht mehr schlafen legen. Das ist also normal. Lösung: trenne die Verbindung zu externen Monitoren.
  • Ein Programm wird auf der NVIDIA GPU ausgeführt.
    • Bei aktiviertem NVIDIA Optimus kann Windows beliebige Programme entweder auf der iGPU oder der dGPU ausführen. Gleichermaßen können Programme, welche auf der iGPU ausgeführt werden, die dGPU für zusätzliche Berechnungen hinzuziehen („aufwecken“). Die Steuerung, ob ein Programm auf der iGPU oder der dGPU ausgeführt wird, übernimmt Windows mittels einer gewissen Automatik. Details hierzu folgen im nächsten Abschnitt.
Wonach entscheidet Windows, ob ein Programm auf der iGPU oder der dGPU ausgeführt werden soll?

Früher oblag diese Auswahl der NVIDIA-Systemsteuerung. Dort konnte man festlegen, welche GPU grundsätzlich bevorzugt werden soll und man konnte Ausnahmen für benutzerdefinierte Programme festlegen.

Seit etwa 2019 hat Windows 10 diese Steuerung übernommen. Das entsprechende Menü findet man, indem man im Startmenü nach „Grafik“ sucht.

graphics settings de 250

Die GUI zur Auswahl der integrierten und dedizierten Grafikkarte existiert zwar noch in der NVIDIA-Systemsteuerung (siehe Screenshot) – sie hat dort aber keine Wirkung mehr. Das System arbeitet seitdem wie folgt:

  • Microsoft hat eine interne (nicht öffentliche) Liste an Programm-Namen. In dieser Liste gibt Microsoft vor, auf welcher GPU ein Programm ausgeführt werden soll. Man kann davon ausgehen, dass Microsoft alle 3D-Programme grundsätzlich auf der dedizierten GPU ausführt. Dazu gehören auch recht einfache 3D-Programme wie Microsofts eigenes „Paint 3D“.
  • In den Windows-Grafikeinstellungen kann man beliebig viele benutzerdefinierte Ausnahmen festlegen. So kann man also manuell festlegen, ob bestimmte Programme auf der iGPU oder der dGPU ausgeführt werden sollen.
  • Sollte ein auszuführendes Programm weder auf Microsofts internen Liste noch in einer benutzerdefinierten Ausnahme auftauchen, dann übernimmt die NVIDIA-Systemsteuerung die Kontrolle und startet das Programm anhand einer NVIDIA-internen Liste oder anhand einer in der NVIDIA-Systemsteuerung konfigurierten Ausnahme.

Das System bestimmt also nach einer vordefinierten Reihenfolge, auf welcher GPU ein Programm ausgeführt werden soll. Die Prioritäten sind dabei wie folgt festgelegt:

  • Microsoft-Liste → Benutzerdefinierte Ausnahme in Windows-Grafikeinstellungen → NVIDIA-Systemsteuerung

Die NVIDIA-Systemsteuerung steht ganz am Ende dieser Kette und ist somit hinsichtlich der Auswahl zwischen iGPU und dGPU quasi obsolet.

Wie finde ich raus, ob ein Programm auf der dGPU ausgeführt wird?

Da gibt es zwei Methoden. Zunächst einmal kannst du im Task Manager unter „Details“ eine weitere Spalte einfügen: GPU-Modul (engl: GPU engine). Führe dazu einen Rechtsklick auf den Tabellenkopf aus, wähle „Spalten auswählen“ und setze einen Haken bei „GPU-Modul“. Die neue Spalte taucht dann ganz rechts auf. Mit Drag & Drop kannst du sie nach links ziehen. Sortiere die Prozesse nun absteigend nach dieser Spalte.

Sobald ein Prozess die Hardware-Beschleunigung einer GPU nutzt, dann wird das im Task Manager angezeigt. Die beiden GPUs sind nummeriert.

  • GPU 0 = iGPU (Energiespar-GPU)
  • GPU 1 = dGPU (dedizierte GPU)

task manager gpu engine 500

Im Screenshot: der Grafik-Benchmark „Furmark“ rendert auf „GPU 1“, während HandBrake auf „GPU 0“ ein Video codiert. Edge-Browser und dwm.exe sind ebenfalls auf der iGPU unterwegs.

Zweite Methode:

  • Öffne die NVIDIA-Systemsteuerung, und wähle oben im Menü unter „Desktop“ die Option „GPU-Aktivitätssymbol im Infobereich anzeigen“.
  • Um das neue Symbol im Systray (dem Infobereich von Windows unten rechts, neben der Uhr) zu finden, wirst du den Infobereich zunächst mit einem Klick auf den kleinen Pfeil aufklappen müssen. Anschließend kannst du per Drag & Drop das Symbol neben die Uhr ziehen, damit du es in Zukunft leichter findest.
  • Mit einem Klick auf das Symbol öffnet sich ein kleines Popup-Fenster. Dieses zeigt eine Liste an Programmen, welche momentan auf der dGPU laufen (siehe Screenshot).

Grundsätzlich gilt: im Idle sollte diese Liste leer sein. Wenn die Liste leer ist, sollte sich GPU schlafen legen (GPU Power auf Null). Wenn sich die GPU schlafen legt, dann ist alles gut.

Sollte sich die GPU nicht schlafen legt, obwohl die Liste leer ist, dann hast du eventuell ein Programm, welches zwar auf der iGPU läuft, aber die dGPU zusätzlich wachhält.

Wie kann ich einstellen, dass ein Programm auf der iGPU ausgeführt werden soll?

Wie bereits beschrieben befinden sich diese Einstellungen in den Windows-Grafikeinstellungen. Diese findet man, indem man nach „Grafik“ im Startmenü sucht (siehe Screenshot). Dort klickt man auf „Durchsuchen“ und sucht den Pfad der .exe-Datei, welche das Programm darstellt. Alternativ kann man hier auch eine Verknüpfung auf dem Desktop oder im Startmenü auswählen, sofern diese direkt auf die .exe-Datei verweist.

Wenn du die .exe-Datei deines Programmes nicht auf Anhieb findest, gehe bitte wie folgt vor:

  • Starte das Programm, welches du auf die iGPU setzen möchtest
  • Öffne den Windows Task Manager (Strg+Shift+Esc)
  • Suche das Programm in der der Liste im Tab „Prozess“ oder im Tab „Details“
  • Nach einem Rechtsklick auf den Listeneintrag: wähle „Dateipfad öffnen“
  • Das sich neu öffnende Explorer-Fenster zeigt den Ordner, in welchem sich die .exe-Datei des Programmes befindet.
  • Drücke Strg+L um in die Adresszeile des Explorers zu wechseln.
  • Drücke Strg+C um den Adresspfad des Ordners in die Zwischenablage zu kopieren.
  • Gehe zurück in die Windows-Grafikeinstellungen, und klicke erneut auf „Durchsuchen“.
  • Drücke Strg+V um den Adresspfad aus der Zwischenablage in die Suchmaske einzugeben und bestätige mit „Enter“.
  • Wähle jetzt die .exe-Datei aus und bestätige erneut.

Der neue Eintrag für dein Programm ist jetzt in der Liste. Diese Liste ist stets alphabetisch sortiert. Wähle in der Liste dein Programm, klicke auf „Optionen“ und wähle die gewünschte Grafikkarte für dieses Programm.

graphics settings gpu choice de 300

Im Screenshot: Furmark wird manuell auf die iGPU gesetzt.

Welche Programme können die dGPU wachhalten, obwohl sie eigentlich auf der iGPU laufen müssten?

Wenn ein Programm darauf besteht, die dGPU zur Grafikbeschleunigung zu nutzen, kann man das mit Bordmitteln nach aktuellem Stand nicht pauschal verhindern. Selbst wenn man in den Windows-Grafikeinstellungen definiert, dass das Programm auf der iGPU laufen soll, verhindert das nicht, dass das Programm trotzdem (bei Bedarf) die dGPU hinzuzieht.

Um zu testen, ob ein Programm seine Aktivitäten auf der dGPU ausführt, kannst du erneut den Windows Task Manager nutzen:

  • Wähle im Task Manager den „Performance“-Tab und klicke auf das Verlaufsdiagramm der NVIDIA GPU.
  • Öffne nun das Programm, welches du testen möchtest. Spiele ein bißchen in dem Programm herum, z.Bsp. indem du Seiten lädst, Aktionen startest oder das Programm einfach nur vergrößerst und verkleinerst.
  • Falls du eine Korrelation zwischen deinen Aktionen in dem zu testenden Programm und der NVIDIA GPU-Aktivität im Task Manager siehst, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass das Programm für diese Aktivität verantwortlich ist.

Hier eine Liste von Programmen, welche üblicherweise (leider) die dGPU wachhalten:

  • Webbrowser
    • Alle modernen Browser (Edge, Chrome, Firefox) benutzen Hardware-Beschleunigung um den Aufbau bzw. das Rendering von Websites zu beschleunigen.
    • In der Regel läuft das so: wenn der Browser beim Start feststellt, dass die dGPU bereits läuft, dann springt der Browser auf den Zug auf und nutzt sie ebenfalls. Anschließend hält der Browser die dGPU so lange wach, bis der Browser beendet bzw. neugestartet wird.
    • Das hat z.Bsp. den folgenden Effekt: startet man einen Browser, während ein externer Monitor an der dGPU angeschlossen ist, dann nutzt der Browser die dGPU auch noch dann, wenn man den externen Monitor bereits abgezogen hat.
    • Interessanter Fakt: man kann die dGPU dann im Geräte-Manager deaktivieren und wieder reaktivieren. Dadurch löst sich der Browser von seiner dGPU-„Abhängigkeit“ – und zwar ohne abzustürzen. Ist die dGPU dann wieder aktiviert, legt sie sich nach wenigen Sekunden schlafen – der Browser führt seine Hardware-Beschleunigung dann auf der iGPU aus. Hier ist also der alte IT Running Gag tatsächlich einmal nützlich: have you tried turning it off an on again?
    • Die dGPU dauerhaft im Geräte Manager zu deaktivieren, ist allerdings auch keine Lösung. Wieso das so ist, steht weiter unten im Abschnitt „Die dGPU manuell zu deaktivieren ist leider keine Lösung!
    • Lösung #1: → Browser neustarten.
    • Lösung #2: → dGPU deaktivieren und sofort wieder reaktivieren (nicht dauerhaft deaktivieren).
    • Lösung #3: → Hardware-Beschleunigung im Browser deaktivieren. Screenshots: Firefox Chrome.
  • Browser-basierte Apps
    • Viele Programme nutzen heutzutage eine Webbrowser-Engine. Für diese gilt das gleiche wie für die Webbrowser an sich.
    • Dazu zählen u.a.: Microsoft Teams, Slack, Discord, Spotify, Microsoft Visual Code uvm.
    • Viele dieser Programme nutzen Electron als Unterbau, aber manche Programme nutzen auch eine eigene Implementierung von z.Bsp. Chromium.
    • Lösung: → Die o.g. Lösungen #1 und #2 funktionieren auch in diesen Browser-basierten Apps. Eine Option für Lösung #3 (Hardware-Beschleunigung deaktivieren) steht in diesen Apps in der Regel nicht zur Verfügung.
  • System-Monitoring-Programme
    • Manche (nicht alle) System-Monitoring-Programme halten die dGPU wach, um deren Werte (z.Bsp. Temperatur) auszulesen. Das ist dann quasi die Verwirklichung des Heisenbergschen Unschärfetheorems: der Beobachter verändert durch den Akt der Beobachtung das Ergebnis.
    • Welche Programme hiervon betroffen sind, steht in der FAQ-Kategorie „Tipps“ in dem Artikel zum Thema Tuning- und System-Software. HWiNFO64 ist hiervon zum Glück nicht
    • Lösung: → Monitoring-Programme beenden bzw. deinstallieren und auf eine Alternative umsteigen.
  • Content Creation, Streaming und Video-Encoding
    • Programme, welche etwas mit Video-Produktion und -Verarbeitung zu tun haben, nutzen gern die dGPU zur Beschleunigung von Video-Encoding.
    • Ein interessantes Beispiel ist HandBrake: per Default startet das Programm auf der dGPU und hält die dGPU somit permanent wach, auch wenn es gar nichts rendert (z.Bsp. im „Datei öffnen“-Dialog).
    • Definiert man in den Windows-Grafikeinstellungen, dass HandBrake auf der iGPU starten soll, dann weckt es die dGPU zum Start zwar kurz auf, aber legt die dGPU dann wieder schlafen, wenn sie nichts zu tun hat. Wählt man dann in HandBrake den NVEnc-Encoder aus und startet eine Video-Codierung, dann wacht die dGPU wieder auf und verrichtet ordnungsgemäß ihren Dienst.
    • Fazit: → Video-Bearbeitungsprogramme ggf. auf der iGPU ausführen. Sie können die dGPU dann trotzdem noch bedarfsweise aktivieren.
  • Game Launcher (z.Bsp. Epic Games Launcher)
    • Ein “Game Launcher” ist ein Programm, welches selbst noch nicht ein PC-Spiel ist, sondern quasi nur vor „Vorzimmer“ eine PC-Spiels darstellt. In diesen „Launchers“ findet man z.Bsp. Werbung, Optionsmenüs und Zugang zu DLC und sonstigen Nebeninhalten des Spiels. Erst einmal installiert laufen diese Launcher gern auch im Hintergrund weiter (bzw. verstecken sich ins Systray) und halten somit die dGPU wach (siehe Beispiel).
    • Lösung: → Ausnahme für diese Programme in den Windows-Grafikeinstellungen anlegen und/oder Programm aus dem Autostart entfernen.

Die Liste ist lang, aber sicherlich noch nicht vollständig. Als OEM haben wir auf diese Umstände leider keinen direkten Einfluss. Zwar haben wir unsere Abhandlungen zu diesem Thema hin und wieder an NVIDIA und (später) auch an Microsoft weitergeleitet – aber bis jetzt scheint sich noch nicht viel verbessert zu haben. Dem Anschein nach liegt es im Verantwortungsbereich von Microsoft und ihren Partnern, in diesem „MSHybrid“-Standard Ordnung zu schaffen und vernünftige Defaults durchzusetzen.

Unvollständige Treiber-Installation kann dGPU wachhalten

Wir haben einen Fall dokumentiert, in denen ein Nutzer bei der benutzerdefinierten Installation des NVIDIA-Treibers die Komponenten „Audio“ und „USB-C“ manuell abgewählt hatte. Das hatte zur Folge, dass die dGPU auch im Idle permanent „An“ war, obwohl sie nachweislich von keinem Programm genutzt wurde.

Lösung: → NVIDIA-Treiber vollständig installieren – keine Komponenten auslassen

Die dGPU manuell zu deaktivieren ist leider keine Lösung!

Nach den voranstehenden Informationen könnte man annehmen, es wäre (im Akku-Modus) ein guter Workaround, die dGPU einfach im Geräte Manager komplett zu deaktivieren. Leider bewirkt dies exakt das Gegenteil des gewünschten Resultats.

Wieso ist das so? Wenn man die NVIDIA GPU im Geräte-Manager deaktiviert, dann deaktiviert man sie nicht in der Hardware. Man nimmt lediglich dem Betriebssystem die Möglichkeit, einen Einfluss auf die Aktivität der dGPU auszuüben. Dies hat zur Folge, dass die dGPU permanent „wach“ ist, ohne dass man es direkt sieht. Durch die „schlaflose“ dGPU nimmt auch der Energieverbrauch der CPU zu.

Man kann dies sehr gut nachvollziehen, indem man in HWiNFO64 im Akku-Modus die „Charge Rate“ im Auge behält. In einem korrekt konfigurierten System müsste die Charge Rate im Idle (alle Programme geschlossen) bei weniger als -10 Watt liegen. Deaktiviert man NVIDIA GPU im Geräte-Manager, wird man sehen, wie die Charge Rate auf über -30 Watt ansteigt und dort verbleibt.

Fazit: →die NVIDIA GPU komplett zu deaktivieren wäre kontraproduktiv. Sie muss gezähmt werden..

Das ist nun das letzte Wort zur NVIDIA GPU. Wenden wir uns als nächstes der CPU zu.

GPU schläft, Task Manager ist leise, aber der CPU-Energieverbrauch ist trotzdem zu hoch – was tun?

Wenn die GPU nachweislich schläft (also: im Geräte Manager aktiviert und trotzdem Null Watt GPU Power in HWiNFO64) und du in Task Manager bzw. Process Explorer keine Auffälligkeiten findest, aber deine „CPU Package Power“ trotzdem konstant deutlich über 3 Watt im Idle liegt, wird es ein wenig kompliziert. Man kommt dann fast nur noch mit „Trial & Error“ weiter.

Aber vorher können wir den CPU-Verbrauch noch etwas genauer aufdröseln.

CPU Sleep-States analysieren

Sleep-States (Schlafzustände) sind Zyklen während derer die CPU schläft – je mehr Zeit die CPU in solchen Zuständen verbringt und je „tiefer“ diese Schlafzustände sind, desto weniger Energie verbraucht sie. Bei Intel und AMD heißen diese Sleep-States „C-States“ – und wir beziehen sie immer auf das komplette „Package“ der CPU, also nicht nur auf die Prozessorkerne sondern auch den integrierten Chipsatz und die iGPU.

Zur Erinnerung: diese Analyse ist nur dann zielführend, wenn die NVIDIA GPU als Ursache bereits ausgeschlossen werden konnte.

Sleep States lassen sich mit HWiNFO64 sehr einfach analysieren.

  • Suche in den Sensoren von HWiNFO64 den Wert „Package C2 Residency“
  • Darunter werden sich eine Reihe weiterer sog. C-States befinden: C3, C6, C7 usw. – je höher die C-Nummer, desto tiefer schläft die CPU.
  • HWiNFO64 zeigt in der Spalte „Current“ in % an, wieviel Zeit die CPU in den letzten zwei Sekunden in welchen C-States verbracht hat.
  • Sie Spalte „Average“ gibt einen Durchschnittswert, gemessen ab dem Zeitpunkt, an welchem HWiNFO64 gestartet wurde. Um die Durchschnittsmessung von vorn zu beginnen, kannst du unten rechts auf den quadratischen Button mit der analogen Uhr klicken.

Im Idle möchte man eigentlich möglichst viel Zeit in C8 verbringen oder tiefer. Werte von über 40% in C8 sollten möglich sein, wenn wirklich alle Hintergrundprogramme beendet sind.

hwinfo64 package c8 residency 500

Im Screenshot: ein Intel Core i7-11800H mit im Durchschnitt 74,3% Package C8 Residency.

Sollte dein „CPU Package“ sich zu keiner Zeit (0%) in C8 befinden, dann stimmt irgendetwas nicht.

Trial & Error zur Eingrenzung der Ursache ungenügender Sleep States

Wir können nun ein wenig Trial & Error machen und dabei beobachten, welche Auswirkungen dies auf die Sleep States hat.

Zur Erinnerung: diese Analyse ist nur dann zielführend, wenn die NVIDIA GPU als Ursache bereits ausgeschlossen werden konnte.

Anfängerfreundliche Schritte:

  • Laptop in den Stromsparmodus versetzen
  • Laptop in den Flugzeugmodus versetzen
  • Möglichst viel Peripherie entfernen, inkl. USB- und Netzwerk-Kabel
  • Situation sowohl mit als auch ohne Netzteil beobachten
  • Änderung von Bildwiederholrate, Adaptive Sync und anderen Grafik-Optionen (Details dazu weiter unten)
  • Möglichst viel Software aus dem Autostart entfernen
  • Verdächtige Software deinstallieren
  • BIOS-Reset (Load Defaults, Save & Reset)
  • Deinstallation der dem Laptop zugehörigen Control Center Software
  • EC- und BIOS-Update (siehe Anleitung) und erneut BIOS-Reset

Verdächtige Software zu deinstallieren hat in der Vergangenheit schon häufig zu Verbesserungen geführt. Hier ein paar Beispiele:

  • Corsair iCue (Quelle)
  • Epic Games Launcher (Quelle)
  • Paint 3D (Quelle)
  • Intel Driver & Support Assistant (Quelle)
  • Veraltete Killer WLAN-Treiber (bzw. Killer Performance Suite)

Diese Beispiele geben natürlich nur eine Momentaufnahme wieder. Es kann gut sein, dass neuere Versionen dieser Programme ihre Probleme beseitigt oder ihren CPU-Verbrauch reduziert haben. Aber es kann auch immer wieder neue Probleme dieser Art geben. Nicht immer tragen die Programmentwickler die Schuld: es kann auch mal vorkommen, dass ein neues Windows-Update ein beliebiges Programm aus dem Takt bringt, z.Bsp. indem es eine bisher verwendete API-Methode abschafft und entsprechende Anfragen von Drittsoftware dann in einen Timeout laufen.

Wenn bei einer bestimmten Software solche „schlafstörenden“ Probleme festgestellt werden, ist es immer am besten, den Softwarehersteller direkt zu informieren.

Wenn Bildwiederholrate, Adaptive Sync und Modern Standby sich negativ auf die Sleep States auswirken

Windows ist inzwischen vollgepackt mit neuen Features, welche eigentlich den Energieverbrauch reduzieren sollen. Dazu gehören Modern Standby (S0ix) und diverse Techniken die den Verbrauch des LCD-Panels regeln, zum Beispiel indem die Bildwiederholrate dynamisch gesenkt wird, falls auf dem Bildschirm keine aktiven Inhalte angezeigt werden. Die meisten dieser Optionen wurden mit der 11ten Generation Intel Core (Tiger Lake) etabliert.

Ist das Display des Laptops an die Intel-Grafik angebunden (wenn als NVIDIA Optimus aktiv ist bzw. wenn der Laptop gar keine NVIDIA-Grafik hat), dann kann man viele dieser Optionen im Intel-Grafikkontrollzentrum regeln (englisch: Intel Graphics Command Center). Dies findest du im Startmenü, indem du nach „Intel“ suchst.

intel graphics command center de 500

Mögliche Optionen sind:

  • Die Änderung der Bildwiederholrate – z.Bsp. eine Reduktion auf 60Hz
  • Adaptive Brightness
  • Panel Self Refresh
  • Display Power Savings
  • Enhanced Power Saving

Wir haben in letzter Zeit festgestellt, dass manche dieser Optionen auf bestimmten Systemen einen umgekehrten Effekt auf den Energieverbrauch und die Sleep States haben können. Eine Untersuchung hierzu hat gerade erst begonnen (November 2021). Falls andere Möglichkeiten bereits erschöpft sind, raten wir gern dazu, auch mit diesen Intel-Grafikoptionen herumzuspielen.

Trial & Error für Fortgeschrittene

Sobald die o.g. Faktoren weitgehend ausgeschlossen wurden, können wir eine Ebene tiefer gehen.

  • Die Aktivierung optionaler Windows-Features rückgängig machen. Beispiele:
    • Virtual Machine Platform
    • Windows Hypervisor Platform
    • Windows Subsystem for Linux
  • Prüfen, ob wirklich alle bzw. die richtigen Geräte-Treiber installiert sind. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass ein Gerät zwar funktioniert, aber dass es die CPU aufgrund fehlender Treiber dennoch vom schlafen abhält (Beispiel).
  • Arbeitspeicher ausbauen und ggf. mit nur einem einzigen Modul testen (siehe Hinweise in der FAQ-Kategorie Wartung).
  • Falls mehrere SSDs im System stecken: die SSD entfernen, auf welcher Windows nicht installiert ist.
  • WLAN-Modul vom Mainboard trennen.
  • Saubere Windows-Neuinstallation durchführen.
  • Windows auf einer SSD anderer Bauart installieren.

Die Hinweise zur SSD sind hier nicht willkürlich: es gab bereits mindestens einen Fall, wo eine M.2/PCIe-SSD von einem kleineren SSD-Hersteller dazu führte, dass die CPU sich nicht mehr in tiefe C-States begeben konnte. Damals handelte es sich um eine SSD, die nicht von XMG zum Verkauf angeboten wurde.

Falls keiner dieser Schritte zu einer deutlichen Besserung der CPU Sleep-States führt, dann nimm bitte Kontakt mit uns auf oder öffne eine neue Unterhaltung in unserer Community.

Falls du zwischen den verschiedenen Trial & Error-Schritten durchaus eine Verbesserung bemerkt hast, aber mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden bist, dann dokumentiere bitte den Vorher/Nachher-Zustand. Zum Beispiel: notiere, welcher der „tiefste“ im Idle erreichte Sleep State ist und wieviel Zeit (in Prozent) die CPU in diesem Zustand verbringt. Notiere bitte zusätzlich, mit welchen Schritten sich dieser Zustand deutlich verbessert hat.

CPU-Verbrauch niedrig, Sleep States in Ordnung – aber trotzdem hoher Akku-Verbrauch? Fast unmöglich!

Zum Vergleich: ein korrekt installierter XMG-Gaming-Laptop sollte unter normalen Bedingungen im Idle im Akku-Betrieb einen Verbrauch weniger als 10 Watt anzeigen. Dabei sollte die CPU Package Power im Schnitt unterhalb von 3 Watt liegen.

Liegt dein Akku-Verbrauch oberhalb von 10 Watt oder sogar deutlich oberhalb von 20 Watt, obwohl deine GPU schläft und deine CPU Package Power unterhalb von 3 Watt liegt, dann stimmt wirklich irgendetwas nicht. Solche Fälle sind extrem selten bzw. schlecht dokumentiert – von daher ist dieser Abschnitt hier eher akademischer Natur. Solltest du trotzdem nachweislich eine solche Situation haben, dann nimm bitte Kontakt mit uns auf.

Due sonstigen Verbraucher im System sind:

  • Display
  • Tastatur
  • Arbeitsspeicher
  • WLAN-Modul
  • Sonstige Mainboard-Komponenten (LAN-Adapter, Card Reader, Thunderbolt usw.)

Das Display ist natürlich der offensichtlichste Verbraucher: vergleichst du den Akku-Verbrauch (Charge Rate mit Minuswerten) zwischen maximaler und niedrigster Bildschirmhelligkeit, dann solltest du einen Unterschied von ein paar Watt feststellen. Je höher die physikalische Bildschirm-Auflösung und je höher die Helligkeit, desto höher der Verbrauch. OLED-Displays verbrauchen mehr, wenn sie weiße/helle Inhalte anzeigen, als wenn sie einen größtenteils schwarzen Bildschirm zeigen.

Zum Vergleich:

  • 17.3“ Ultra HD (4K/60Hz) im XMG ULTRA 17 verbraucht maximal 8,4 Watt.
  • 15.6“ WQHD (1440p/165Hz) im XMG NEO 17 verbraucht maximal 5,9 Watt.
  • 14.0“ Full HD (1080p/120Hz) im XMG CORE 14 verbraucht maximal 4,7 Watt.

Diese Werte basieren auf den Datenblättern der jeweiligen Panel-Hersteller und enthalten sowohl die Logik des Panels als auch dessen Hintergrundbeleuchtung bei maximaler Helligkeit. Dieser Vergleich zeigt ganz gut die Spanne zwischen verschiedenen Bildschirm-Größen und Auflösungen. Der Vergleich zeigt auch, dass wir derzeit keine Panels anbieten, welche mehr als 10 Watt verbrauchen. Ein Akku-Verbrauch von über 20 Watt kann sich also nicht allein durch das LCD-Panel ergeben.

Relativ unerheblich ist auch die Tastaturbeleuchtung: die Einsparung durch das Abschalten der Tastatur-Beleuchtung ist zwar messbar, aber mit bloßem Auge im Verlaufsdiagramm nicht zu erkennen. Arbeitsspeicher und WLAN-Modul können ebenfalls Strom verbrauchen, aber deren Verbrauch ist in der Regel ebenfalls auf relativ geringe Werte gedeckelt. Der Verbrauch des Arbeitsspeichers ist auch an den Verbrauch der CPU gekoppelt: wenn die CPU schläft, dann kann der Arbeitsspeicher nicht busy sein.

Hinweis zu Laptops mit Desktop-CPU

Die in den vorherigen Abschnitten angegebenen Vergleichswerte gelten nur für Laptops mit Mobil-CPUs. Laptops mit Desktop-CPU (XMG ULTRA und manche Ableger von XMG APEX) haben im Schnitt viel höhere Verbrauchswerte und nutzen kein NVIDIA Optimus – bei denen ist die dGPU also immer aktiv. Doch auch Desktop CPUs sollten in der Lage sein, im Idle ihren Energiebedarf herunterzuregeln. Du kannst die o.g. Analyse-Methoden also auch für Desktop-CPUs anwenden. Der Minimal-Verbrauch wird allerdings höher; eine Desktop-CPU wird aufgrund der permanenten dGPU-Anbindung nicht so tiefe Sleep States erreichen. Für einen Vergleich mit der Community empfehlen wir die Channels #xmg-apex-xl und #xmg-ultra auf unserem Discord Server.

Kontakt-Aufnahme mit Screenshots und Logfiles

Wenn du mit uns Kontakt aufnehmen oder eine neue Unterhaltung in der Community öffnen möchtest, dann hilft es uns, soviel über dein System zu wissen, wie möglich:

  • Wie ist dein System konfiguriert?
  • Welcher der oben genannten Schritte hast du befolgt?
  • Welche Ergebnisse hast du erzielt? Hast du Screenshots und Logfiles?

Für eine tiefergehende Analyse kann man mit HWiNFO64 einen vollständen Sensor-Log anlegen:

  • Klicke dazu in der Sensor-Ansicht unten rechts auf das grüne [+]-Symbol.
  • Definiere den Ordner und den Dateinamen deiner neuen Log-Datei.
  • Sobald du auf „Speichern“ klickst, beginnt HWiNFO64 mit dem Logging.
  • Das grüne [+]-Symbol hat sich nun in ein rotes „x“ gewandelt – damit kannst du das Logging wieder beenden.

Während des Loggings werden sämtliche Sensor-Werte alle 2 Sekunden in eine CSV-Datei geschrieben. Diese CSV-Datei lässt sich anschließend mit dem kostenfreien Tool GenericLogViewer analysieren oder einem Tabellenkalkulationsprogramm weiterbearbeiten.

generic log viewer cpu power vs usage vs c states 500

In diesem Beispiel-Screenshot ist zu sehen, wie der CPU-Energiebedarf nach dem Ende eines Benchmarks nach auf deutlich unter 5 Watt sinkt während die Package C8 Residency gleichzeitig auf über 60% ansteigt. Man kann beliebig viele Diagramm-Linien gleichzeitig anzeigen lassen. Die X-Achse ist dabei sychronisiert, so dass die Diagrammlinien in direktem Verhältnis zueinander stehen.

Zwei gut geschriebene Anleitung zu diesem Thema gibt es hier:

Beide Links führen in das Wiki von r/TechSupport, einem Subreddit für allgemeinen PC/Tech-Support.

Systembericht anlegen

Ein Systembericht listet alle verbauten Hardware-Komponenten und sämtliche Treiber- und Firmware-Versionen auf. Dies kann später einmal beim Troubleshooting hilfreich sein.

  • Starte HWiNFO64 erneut, entferne den Haken bei „Sensors-only“ und klicke auf „Run“.
  • In dem großen Fenster findest du oben links ein großes Disketten-Symbol, beschriftet mit „Save Report“.
  • Klicke nun auf „Durchsuchen“ und definiere Ordner und Dateinamen für deine Report-Datei.
  • Klicke auf Weiter und belasse alle weiteren Optionen, so wie sie sind.
  • Anschließend wird eine HTML-Datei erzeugt, welche wir bequem im Browser bequem lesen können.

Der Systembericht enthält keine persönlichen Daten – selbst der Name des Benutzerkontos ist nicht enthalten.

Wohl aber enthalten sind Seriennummern von Komponenten, aus welchen wir über unser Warenwirtschaftssystem die Kundenummer, Produktionsdatum und ähnliches herleiten können. Derartige Details können unserem Support-Team bei der Fehlersuche helfen.

Abschließende Worte

Windows-PCs sind komplex, Windows-Laptops sind komplexer – aufgrund der hohen Freiheit hinsichtlich Komponenten und installierter Software, der hohen Integration von Firmware und Hardware und dem hohen Anspruch an Energiespar-Potenzial und Akkulaufzeit gibt es quasi eine unendliche Anzahl an potenziellen Fehlerquellen. Wir hoffen, dir mit dieser ausführlichen Anleitung bei einer aktiven Fehlersuche weitergeholfen zu haben.

Gut recherchiertes Kunden-Feedback kann uns natürlich auch dabei helfen, Fehlerquellen in unserer eigenen Hardware und Firmware zu identifizieren und zu beseitigen. Auch geben wir grundsätzliches Feedback gern auch an unsere Lieferanten und Partner weiter. Falls du durch das hier beschriebene Ausschlussverfahren zu der Annahme gekommen bist, dass bei uns oder einem unserer Partner ein Serienfehler vorliegt, zögere bitte nicht, uns zu kontaktieren.

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